Die ertragsstärksten privaten Krankenversicherer

16.3.2017 – Im Schnitt der Jahre 2011 bis 2015 haben die privaten Krankenversicherer branchenweit eine versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote von im Schnitt fast 13 Prozent erzielt. Auf den höchsten Wert kamen nach Berechnungen des Map-Reports die Mecklenburgische, auf die niedrigste die Huk-Coburg.

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Im Bilanzteil des Map-Reports Nr. 891 „Rating Private Krankenversicherung“ (VersicherungsJournal 28.2.2017) wird unter anderem auch eine Rangliste der PKV-Anbieter nach der versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote (versicherungs-geschäftliches Ergebnis in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) im Fünfjahresdurchschnitt (2011 bis 2015) aufgeführt.

Indikator für Ertragsstärke

Die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote nach dem PKV-Kennzahlenkatalog ist ein Indikator für die Ertragsstärke eines privaten Krankenversicherers und gibt an, wie viel Prozent der verdienten Bruttobeiträge nach Abzug der Schaden-, Verwaltungs- und Abschlussaufwendungen übrig bleiben.

Die Höhe der versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote wird ebenso wie bei den anderen Kennzahlen von vielen Faktoren beeinflusst, wird im aktuellen Map-Report erläutert. „Irrtümlich wird dabei oft vermutet, diese Kennzahl könne die Frage nach erforderlichen Beitragsanpassungen beantworten. Niedrigere Quote: Beitragsanpassungen stehen ins Haus, hohe Quote: Beitrag bleibt vorerst stabil.“

Quote wurde mehrmals modifiziert

Dem ist nach dem Verständnis der Map-Report-Redaktion allerdings nicht so. Wichtig sei hier vielmehr der Vergleich der tatsächlich erforderlichen mit den kalkulierten Leistungen. In den vergangenen Jahren wurde die Quote mehrmals modifiziert. So fließen seit einigen Jahren etwa auch die Erträge und Aufwendungen aus Übertragungswerten in die Quotenberechnung ein, erläutert Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages.

In der Fassung des Kennzahlenkatalogs vom Januar 2015 wurde der Rechnungszins von 3,5 Prozent in dieser Quote durch den ‚unternehmensindividuellen durchschnittlichen Rechnungszins‘ (duRZ) ersetzt. „Ein weiterer Faktor also, der Unsicherheiten für eine saubere Kennzahlenberechnung birgt“, stellt der Map-Report-Chefredakteur im Map-Report 891 heraus.

Vorsicht bei Kennzahleninterpretation

Vor diesem Hintergrund ist bei der Interpretation dieser Kennzahl Vorsicht geboten, insbesondere bei der isolierten, einjährigen Kennzahlenbetrachtung. Bei der im Map-Report vorgenommen Fünfjahresbetrachtung machen sich eventuelle Verzerrungen allerdings weniger bemerkbar.

Wie Klages weiter erläutert, wurde bei der versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote nicht mit dem gewichteten Mittel über fünf Jahre gerechnet, sondern der fünfjährige Durchschnitt für alle Versicherer aus fünf einzelnen Quoten der Jahre 2011 bis 2015 errechnet – „damit der Vergleich der Kennzahlen für alle Gesellschaften dennoch möglich ist“, so Klages.

Der Map-Report-Chefredakteur hebt weiter hervor, dass bei der versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote geringfügige Abweichungen zu unternehmensinternen Berechnungen nicht auszuschließen sind, da die einzelnen Parameter für Berechnung nicht von allen Gesellschaften in den Geschäftsberichten veröffentlicht werden.

Die Anbieter mit den höchsten…

Im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 kommen die 31 im Map-Report aufgeführten privaten Krankenversicherungs-Gesellschaften auf eine versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote von im Schnitt 12,91 Prozent.

Die höchsten Werte (jeweils über 20 Prozent) werden für die nach Vollversichertenzahl sehr kleine Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG, für die mittelgroße Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) sowie für die Central Krankenversicherung AG – die Nummer neun im Markt (VersicherungsJournal 9.8.2016) – ausgewiesen.

Knapp unter der 20-Prozent-Marke blieb die zur VGH-Gruppe gehörende Provinzial Krankenversicherung Hannover AG. Dahinter folgt ein Quartett mit versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquoten von jeweils über 15 Prozent.

…beziehungsweise niedrigsten Quoten

Die niedrigsten Quoten stehen für die Huk-Coburg Krankenversicherung AG sowie den Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. zu Buche, die aber immer noch auf einen Wert von über acht Prozent kamen.

Mit der Continentale Krankenversicherung a.G., der Concordia Krankenversicherungs-AG sowie der Axa Krankenversicherung AG blieben drei weitere Anbieter unterhalb der Zehn-Prozent-Marke. Knapp darüber liegt die Barmenia Krankenversicherung a.G.

Bild: Wichert

So schlugen sich die Branchengrößen

Von den zwölf nach Vollversicherten größten privaten Krankenversicherern (Stand: Anfang 2016) erzielten neben der Huk-Coburg, der Debeka, der Continentalen, der Axa und der Barmenia auch die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK), die Signal Krankenversicherung a.G. sowie die Hansemerkur Krankenversicherung AG unterdurchschnittliche Werte. Die beiden letztgenannten Anbieter lagen mit 12,85 beziehungsweise 12,86 Prozent allerdings nur hauchdünn darunter.

Überdurchschnittliche versicherungstechnische Ergebnisquote hatten unter den Branchengrößen neben der Central auch die Hallesche Krankenversicherung a.G., die DKV Deutsche Krankenversicherung AG sowie die Allianz Private Krankenversicherungs-AG zu verzeichnen.

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Der Map-Report Nr. 891 „Rating Private Krankenversicherung“ enthält umfangreiches Datenmaterial zu zahlreichen Bilanz-, Service- und Vertrags-Kennzahlen sowie Bewertungen der Transparenz, des Gesundheitsmanagements sowie der Flexibilität der Tarife von bis zu 31 Krankenversicherungs-Gesellschaften.

Die Studie ist lieferbar als (nicht druckbare) PDF-Datei für 85 Euro und als gedrucktes Heft für 95 Euro, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Bestellt werden kann unter diesem Link.

Detaillierte Zusatzinformationen zu dem vorgenannten Rating bietet der Map-Report Nr. 888 – „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2004 bis 2015“, der auf 126 Seiten ausführliche Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Branche bietet und bei der Interpretation der verwendeten Ratingkennzahlen unterstützt.

Leserbriefe zum Artikel:

Peter Schramm - Isoliert taugt diese Kennzahl nicht zu einer Qualitätsbewertung . mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Gesundheitsreform · Mapreport · Private Krankenversicherung · Rating
 
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