Chubb versichert Folgen von Schönheitsoperationen

9.11.2017 – Der Versicherer hat bereits im August eine Folgekostenversicherung auf den Markt gebracht und darüber im Oktober informiert. Die „Savemade“-Police leistet bei nicht über die Krankenversicherungen abgedeckten Komplikationen und wird exklusiv über den Makler Medicuritas vertrieben.

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Nach Angaben der Chubb European Group Limited, Direktion für Deutschland liegen plastische Operationen wie zum Beispiel Fettabsaugung, Brustvergrößerung oder Nasenkorrektur im Trend. Laut Statista GmbH beziehungsweise dem Internationalen Verband plastischer Chirurgen (ISAPS) sei die weltweite Anzahl von Schönheitsoperationen von 2010 bis 2016 um rund 68 Prozent auf 23,6 Millionen gestiegen.

In Deutschland führen die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) und die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. (DGÄPC) eine Statistik. Deren zusammen 125 aktive Mitglieder haben im Jahr 2016 genau 47.698 ästhetisch-plastische Operationen durchgeführt. Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Alexander Hoffmann (Bild: Chubb)
Alexander Hoffmann (Bild: Chubb)

Weit mehr als 90 Prozent der Schönheitsoperationen fallen laut Statista nicht in den Leistungskatalog der Krankenversicherungen, sondern werden von den Verschönerten selbst finanziert. Als Kostenbeispiel werden von dem Statististikportal für eine Nasenkorrektur durchschnittlich mehr als 4.000 Euro genannt.

Krankenkassen zahlen nicht bei Komplikationen

Kommt es bei solchen Behandlungen zu Komplikationen, die nicht von den Behandlern zu vertreten sind, tragen die Operierten ein Kostenrisiko.

Die Rechtslage erläutert Alexander Hoffmann, Leiter Personenversicherungen der Chubb in Deutschland: „Seit 2007 sind Krankenversicherungen gemäß § 52 SGB V (Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden) verpflichtet, Patienten an Behandlungs- und Krankheitskosten zu beteiligen oder die Erstattung vollständig zu verweigern, wenn diese Folgekosten aus einer medizinisch nicht indizierten ästhetischen Operation, also einer medizinisch nicht notwendigen Behandlung, resultieren.“

Die privaten Krankenversicherer nennen in ihren Musterbedingungen MB KK 2009 keinen vergleichbaren Ausschluss. Bei dem dort definierten Versicherungsschutz für „Krankheiten, Unfälle und andere im Vertrag genannte Ereignisse“ sind Komplikationen bei kosmetischen Operationen aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen.

Hoch und gleichzeitig unkalkulierbar.

Stefan Beckmann, Medicuritas GmbH, über das Kostenrisiko von Komplikationen

Chubb bietet Deckung ab 69 Euro

Als Lösung für gesetzlich oder privat Versicherte sowie Beihilfeberechtigte bietet Chubb seit Ende August unter dem Namen „Savemade“ für Einmalbeiträge ab 69 Euro eine Folgekostenversicherung an.

Das hat der Versicherer im Oktober mitgeteilt. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass die Versicherungslösung mit der Medicuritas GmbH entwickelt wurde. Der Fachmakler für Heilberufe ist außerdem derzeit ausschließlicher Vertriebspartner für die Folgekostenversicherung der Chubb.

Medicuritas-Geschäftsführer Stefan Beckmann schätzt das Risiko von Rückforderungs-Ansprüchen der Krankenversicherungen als „hoch und gleichzeitig unkalkulierbar“ ein.

Versichert sind „schicksalhafte Komplikationen“

Der Schutz durch „Savemade“ gilt im Zusammenhang mit selbst zu zahlenden Schönheitsoperationen, die in Deutschland durchgeführt werden.

Er tritt ein bei „schicksalhaften Komplikationen“, die eine über den Behandlungsvertrag mit der jeweiligen Klinik hinausgehende medizinisch notwendige ärztliche Behandlung erforderlich machen. „Schicksalhafte Komplikationen“ sind nach Angaben des Versicherers solche, „die für die versicherten Personen nicht vorhersehbar sind“.

Nicht versichert sind „zum Beispiel Komplikationen, die dadurch entstehen, dass die versicherte Person sich nicht an die Anweisungen der behandelnden Ärzte hält oder sich Verletzungen selbst herbeiführt.“

Ebenfalls ausgeschlossen sind laut den Versicherungs-BedingungenKapselfibrose nach Baker 1 oder 2“ sowie „Operationen zur Herstellung des ursprünglichen Operationsergebnisses nach einer versicherten Komplikation (zum Beispiel Einsetzen neuer Implantate nach einer Kapselfibrose Baker 3)“.

Um attraktive Prämien bieten zu können, sind eine maximale Versicherungssumme und eine begrenzte Laufzeit definiert.

Kerstin Hartung Alexandre, Chubb European Group Limited, Direktion für Deutschland

Leistung bis 300.000 Euro

Im Leistungsfall werden bis zu 300.000 Euro erstattet, soweit die gesetzliche Krankenkasse den Patienten an den Kosten beteiligt oder die Krankenversicherung beziehungsweise Beihilfe gar nicht erst eintritt.

Der Versicherungsschutz kann für ein Jahr oder drei Jahre Vertragslaufzeit ab dem Operationstermin vereinbart werden. Bei der längeren Laufzeit steigt zum Beispiel bei einer Halsstraffung der Beitrag von 69 Euro auf 129 Euro. Bei einer Nasenkorrektur sind es 89 Euro für ein Jahr und 189 Euro für drei Jahre sowie bei einer Brustvergrößerung mit Implantat 311,24 Euro beziehungsweise 598,75 Euro.

Unabhängig von der versicherten Laufzeit ist der Schutz begrenzt auf 24 Monate nach Beginn der Behandlung wegen der Komplikation.

Als Grund für die Begrenzung von Summe und Laufzeit der Police nannte Pressesprecherin Kerstin Hartung Alexandre auf Anfrage: „Als Versicherer sind wir bestrebt, unseren Kunden einen adäquaten Risikoschutz zu bieten. Um attraktive Prämien bieten zu können, sind eine maximale Versicherungssumme und eine begrenzte Laufzeit definiert.“

Nur wenige Anbieter in dem Segment

Allzu viele Alternativen zur Chubb treten derzeit nicht in Erscheinung. Ein weiterer Anbieter ist die Maklerin Jahnke Hoyer & Cie. GmbH, die unter dem Namen „medassure“ eine Folgekostenversicherung für Schönheitsoperationen und eine für Zahnimplantationen verkauft. Als Versicherer fungiert hier die irische Amtrust International Underwriters DAC.

„Medassure“ bietet maximal 250.000 Euro Entschädigung bei bis zu fünf Jahren Dauer. Die Preise für das erste Versicherungsjahr liegen zwischen 99 Euro und 259 Euro.

Außerdem auf dem deutschen Markt tätig ist die liechtensteinische Quadmed AG. Sie bietet unter dem Namen „beautyprotect“ Tarife der Squarelife Lebensversicherungs-AG an. Sie können für ein oder drei Jahre abgeschlossen werden und kosten zwischen 179 Euro und 626 Euro. Zahnimplantate können gegen Zuschlag eingeschlossen werden.

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