Wieder ein Lebensversicherer weniger

23.9.2016 – Die Arag Lebensversicherungs-AG geht – wie vor einigen Wochen in den Medien vermutet – an die neue Run-off-Plattform Frankfurter Leben. Die Arag richtet sich neu aus und will Altersvorsorge künftig nur noch für die Alte Leipziger vermitteln.

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Der Arag-Konzern wird die Arag Lebensversicherungs-AG an die Frankfurter Lebensversicherung AG verkaufen (VersicherungsJournal 16.8.2016). Dabei handelt es sich nicht um einen – wie bei den Run-off-Geschäften meist üblichen – Bestandsverkauf, sondern um den Verkauf von 92 Prozent der Anteile an der Arag-Leben. Die übrigen acht Prozent an der Arag Leben halten private Streubesitzaktionäre.

Keine Änderungen für Kunden

„Abwarten ist kein Gebot der Stunde“, wird Arag-Mehrheitsaktionär und Vorstandschef Dr. Paul-Otto Faßbender in einer Pressemitteilung zitiert. Die Zukunft des Düsseldorfer Familienkonzerns entscheide sich nicht in der Lebensversicherung, sondern im weiteren Ausbau des Sach- und Krankenversicherungs-Geschäfts in Deutschland und in der Internationalisierung des Rechtsschutzgeschäfts.

Bei Prüfung aller Optionen sei der Verkauf der gesamten Gesellschaft an die Frankfurter Leben die günstigste Lösung; auch für die Kunden der Lebensversicherung, so ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage des VersicherungsJournals. Rund die Hälfte des Arag-Bestands sind keine klassischen Garantieprodukte, sondern fondsgebundene Altersvorsorge.

Die Arag Leben hat 322.000 Versicherungsverträge mit 220 Millionen Euro Beiträgen im Bestand und kommt auf 2,8 Milliarden Euro Kapitalanlagen. Diese Verträge würden mit unveränderten Bedingungen, Garantien und Konditionen weitergeführt, heißt es in der Arag-Mitteilung.

Zweiter Kandidat

Auch von Seiten der Frankfurter Leben wird betont, dass den Kunden keine Nachteile entstünden. Die Versicherungsverträge würden „exakt fortgeführt, Überschussbeteiligungen sind durch den Verkauf nicht betroffen“.

Vorständin Anja van Riesen lässt sich mit folgender Aussage zitiert: „Kundenservice und Vermittlerservice werden unverändert auf hohem Niveau fortgeführt. Das ist für uns selbstverständlich. Wir werden Kostensynergien durch den Einsatz einer einheitlichen IT-Plattform erzielen."

Die Frankfurter Leben, die zur Frankfurter BHF-Bank AG und der chinesischen Fosun International Ltd. gehört, war vor genau einem Jahr das erste Mal aktiv geworden:

Seinerzeit wurde der Lebensversicherungs-Bestand der deutschen Niederlassung der Basler Leben AG erworben. (VersicherungsJournal 21.9.2015). Über diesen Zukauf hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) noch nicht abschließend befunden; er steckt, wie nun auch die Arag-Transaktion, im Genehmigungsverfahren.

Vorsorge wird weiter vermittelt

„Durch den Verkauf des Lebensversicherungs-Geschäftes werden sich entscheidende Risikopositionen in unserem Portfolio verbessern“, führt Faßbender in der Unternehmensmitteilung weiter aus. Sowohl im Versicherungsbestand als auch in den Kapitalanlagen werde der Konzern nun unabhängiger von der Volatilität der Finanzmärkte handeln können.

Die Konzernstruktur wird neu geordnet: Die Obergesellschaft Arag SE wird die Anteile der Arag Krankenversicherungs-AG übernehmen, die bisher von der Arag Leben gehalten wurden. Der Krankenversicherer bleibt am Unternehmensstandort München, der bisher mit der Leben geteilt wurde.

Nach der Neuausrichtung bucht der Konzern brutto 1,43 Milliarden Euro Prämie; davon stammen dann 40 (34) Prozent aus dem Auslandsgeschäft. Altersvorsorgeprodukte will die Arag künftig ihren Kunden für den Kooperationspartner Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. vermitteln.

Und: Wie es für den Familienkonzern üblich ist, richtet Faßbender in der Pressemitteilung persönliche Worte an die Mitarbeiter: „Die Trennung von den hochmotivierten Beschäftigten der Arag Leben fällt mir sehr schwer“, so Faßbender. „Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arag Leben ausdrücklich für ihr großes Engagement im Interesse unserer Kunden und des Konzerns.“

 
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