SDK: Vertriebsvorstand Holland hört zum Jahresende auf

2.12.2016 – Die SDK muss sich einen neuen Vertriebsvorstand suchen. Denn Timo Holland legt seine Vorstandsmandate bei der Süddeutschen Kranken-, Lebens- und Allgemeinen Versicherung nieder und scheidet zum Jahresende aus der Unternehmensgruppe aus. Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt.

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Zum Jahresende scheidet Timo Holland (50) „auf eigenen Wunsch“ aus der SDK-Gruppe aus, wie das Unternehmen aus Fellbach gestern mitteilte.

Timo Holland (Bild: SDK)
Timo Holland (Bild: SDK)

Er legt Ende Dezember seine Mandate als Vertriebsvorstand der Süddeutschen Krankenversicherung a.G., der Süddeutschen Lebensversicherung a.G. und der Süddeutschen Allgemeinen Versicherung a.G. nieder. Eine Nachfolgeregelung wurde den Angaben zufolge noch nicht getroffen.

In einer Pressemeldung bedauerte die SDK das Ausscheiden von Timo Holland und wünschte ihm persönlich und für seine berufliche Zukunft viel Erfolg und alles Gute. Zudem sprach ihm das Unternehmen Bedauern über sein Ausscheiden sowie Dank „für seinen engagierten Einsatz und für sein erfolgreiches Wirken als Vertriebsvorstand“ aus.

In seiner Amtszeit habe Holland „maßgeblich dazu beigetragen, dass die SDK die anstehenden Veränderungsprozesse im Vertrieb erfolgreich umsetzen konnte. Im Jahr 2016 wurden zehn Regionaldirektionen eröffnet, ein neues Karrieresystem eingeführt und ein strukturiertes Anbaumodell für Außendienstpartner entwickelt“.

Vertriebsumbau

Holland war vor nicht einmal knapp zwei Jahren aus der Position eines Organisationsdirektors der Hansemerkur Versicherungsgruppe zur SDK gewechselt (VersicherungsJournal 3.4.2014) und hatte in der Folgezeit die Neuausrichtung des Außendienstes angestoßen und vorangetrieben (VersicherungsJournal 28.9.2015).

Hier hatte sich der zum Jahresende scheidende Vertriebschef ehrgeizige Ziele gesetzt, unter anderem sollte die Zahl der Agenturen von 180 auf 380 mehr als verdoppelt werden (VersicherungsJournal 2.11.2015). Auch bei der Bilanzvorlage Ende Juni hatte das Unternehmen noch vermeldet, dass die neue vertriebliche Ausrichtung die SDK „einen Riesenschritt voran“ bringe.

Hinweise auf Skepsis im Vertrieb

Doch schon im Frühjahr des vorigen Jahres war – in vom Unternehmen nicht kommentierten Zeitungsberichten – von Beschwerden von Außendienstlern (VersicherungsJournal Medienspiegel 9.4.2015) sowie einer internen Vertrauenskrise die Rede (VersicherungsJournal Medienspiegel 14.4.2015).

Ein Indiz dafür, dass der Vertriebsumbau von Teilen des angestellten Außendiensts skeptisch gesehen wurde, war auch die Gründung des Hausvereins „Interessenvereinigung selbständige Handelsvertreter der SDK e.V.“. Zuvor waren die Außendienstpartner der SDK im Gegensatz zu den meisten anderen Versicherungs-Gesellschaften nicht organisiert (VersicherungsJournal 24.2.2016).

In einem Flyer hatte der Hausverein den Vereinszweck nach der Gründung wie folgt beschrieben: „Der Verein dient als Bindeglied zwischen den Vereinsmitgliedern und der Geschäftsleitung der SDK, um Problemfelder zu klären und das Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragspartnern zu stärken.

Wir wollen sicherstellen, dass sich die SDK nicht über die Interessen der Handelsvertreter hinwegsetzt, sondern vielmehr eine faire Partnerschaft geschaffen wird zum Wohle des Unternehmens und der Vertragspartner.“

Zahl der Außendienstpartner hat sich reduziert

Im aktuellen, gestern von der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH veröffentlichten Bericht zum Unternehmens-Rating der SDK (VersicherungsJournal 2.12.2016) finden sich weitere Fakten zu den Auswirkungen des Vertriebsumbaus.

Zwar vertritt Assekurata dort die Auffassung, die neue Vertriebsstruktur sei „grundsätzlich geeignet, um die Wachstumssituation und die Wettbewerbsfähigkeit der SDK mittelfristig zu stärken. Allerdings muss das Unternehmen langfristig eine Kontinuität im Vertrieb sicherstellen und darüber hinaus neue gebundene Vermittler für die SDK gewinnen“.

An anderer Stelle im Bericht ist im Zusammenhang mit der vertrieblichen Neuausrichtung von einem „Abgang vieler Vermittler“ die Rede. Beides wird in dem Rating-Bericht als Grund dafür angeführt, dass der Bestandsverlust an vollversicherten Personen mit minus 1,2 Prozent erneut stärker ausgefallen sei als im Marktdurchschnitt (minus 0,5 Prozent).

Eine Sprecherin der SDK bestätigte auf Nachfrage des VersicherungsJournals, dass sich die Zahl der angebundenen Außendienstler reduziert habe. Konkrete Zahlen wollte die Unternehmenssprecherin nicht nennen. Zudem soll nach ihrer Aussage wieder Personal im Außendienst angebaut werden.

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