Gable-Insolvenz: Kunden in Warteposition

1.12.2016 – Nach der Konkurseröffnung der Liechtensteiner Gable Insurance AG dürften einige Tausend Versicherte in Deutschland Ansprüche an das Unternehmen haben. Die Forderungen der Versicherungsnehmer können noch nicht verbrauchte Prämien oder die Deckung von Schadenfällen sein.

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Bis feststeht, ob und in welchem Umfang die Liechtensteiner Gable Insurance AG ihren Verpflichtungen nachkommen kann, wird „viel Zeit“ vergehen, so die zum Insolvenzverwalter bestellten Liechtensteiner Batliner Wanger Batliner Rechtsanwälte AG (VersicherungsJournal 30.11.2016) auf der Internetseite des Versicherers. Denn die Zahl der Versicherungsnehmer und damit potentiellen Gläubiger sei groß.

Die Beurteilung der Konkursquote, also das Verhältnis, im welchem Forderungen doch noch befriedigt werden können, sei derzeit unmöglich. Für deutsche Kunden zudem unbefriedigend – aber wenig verwunderlich – ist, dass der Konkurs nach den Spiel- und Aufsichtsregeln Liechtensteins abgewickelt wird.

So geht´s jetzt weiter

Wie es für die Gable-Kunden weitergeht, findet sich auf der Internetseite des Versicherers, auf welche der Insolvenzverwalter auf Anfrage des VersicherungsJournals nur per Autoreply verweist.

Ansprechpartner für die Kunden ist die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA), da das sogenannte Sitzlandprinzip gilt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) teilt mit, dass sie mit der FMA „in engem Kontakt“ stehe, deutsche Kunden über die weitere Entwicklung informieren und bei Bedarf Fragen deutscher Kunden an die Liechtersteiner Kollegen weitergeben werde. Rat und Hilfe soll zudem das allgemeine Verbrauchertelefon der Bafin liefern.

Da der Gable Insurance als Folge der Konkurseröffnung die Lizenz als Versicherer entzogen worden ist, haben die Versicherungsnehmer ein sofortiges Kündigungsrecht. Machen sie davon keinen Gebrauch, erlöschen ihre Verträge spätestens am 16.Dezember 2016.

Ansprüche anmelden

Die Versicherungsnehmer des insolventen Unternehmens können Ansprüche aus der Deckung von Schadenfällen, aber auch aus noch nicht verbrauchten Prämien haben. Grundsätzlich gilt: Bis zum 1. September 2017 müssen die Gläubiger ihre Forderungen bei Batliner Wanger Batliner angemeldet haben.

Dazu soll es in Kürze ein Online-Formular auf dieser Website geben. Auch später lassen sich Ansprüche noch anmelden – aber das kann hinsichtlich der Kosten- und der Rechtslage für die Gläubiger nachteilig sein, wie der Insolvenzverwalter mitteilt.

Versicherungsnehmer, deren Versicherungs-Forderungen aus den Büchern der Gable Insurance feststellbar sind, brauchen ihre Forderungen nicht anzumelden. Eine Anmeldung werde vom Insolvenzverwalter aber „ausdrücklich begrüßt“.

Laut Insolvenzverwalter werden die Forderungen der Versicherungsnehmer „privilegiert behandelt“. Das aus den Versicherungsprämien angehäufte Konkursvermögen sei eine Sondermasse, aus der die Versicherungs-Forderungen befriedigt würden. Die Versicherungsnehmer würden alle gleich behandelt.

Regulierung von Schäden

Die Versicherungsvermittler dürfen noch einbehaltene Prämien nicht mit eigenen Forderungen verrechnen oder gar zur Begleichung von Schadenfällen verwenden, wird weiter mitgeteilt. Sie werden aufgefordert, Abrechnungen vorzulegen und noch ausstehende Prämien an die Gable zu leiten.

Die Gleichbehandlung gilt auch bei der Schadenregulierung. Es spiele keine Rolle, in welchem Bearbeitungsstadium sich Schadenfälle befänden. Es seien alle gleich zu behandeln – unabhängig davon, ob ein Schadenfall bereits reguliert (aber noch nicht bezahlt) oder ein Schadenfall noch gar nicht entstanden sei.

Da die Versicherungsverträge spätestens am 16. Dezember erlöschen, ist der Versicherungsschutz für danach eintretende Schadenfälle nicht mehr gewährleistet.

Die Verträge mit Kunden in Deutschland sind nach bisherigen Erkenntnissen wohl ausschließlich über die Direkt Assekuranz Service GmbH zustande gekommen. Der Düsseldorfer Assekuradeur hatte eigenem Bekunden nach „eine nennenswerte Anzahl von Kunden in den Sparten: Wohngebäude, Hausrat, Glas, Haftpflicht und gewerbliches Sach- und Haftpflichtgeschäft versichert“. Insgesamt wurden so rund 4,1 Millionen Euro Jahres-Netto-Prämienaufkommen vermittelt.

 
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