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Turnaround in der Wohngebäudeversicherung

15.3.2017 – Die Wohngebäudeversicherer haben 2016 erstmals seit 15 Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dabei profitierten die Versicherer von einer wetterbedingten Achterbahn, wie der Deutsche Wetterdienst in seiner gestern für 2016 vorgelegten Klimabilanz bilanzierte. Auch die Versicherungswirtschaft verweist in ihrer Bilanz darauf, dass es im zweiten Halbjahr kaum Versicherungsschäden mehr gegeben habe.

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Die Schaden-Kosten-Quote in der verbundenen Wohngebäudeversicherung ist im vergangenen Jahr auf 97 Prozent von noch 101,4 Prozent im Jahr zuvor gesunken. Dies teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gestern im Rahmen einer vorläufigen Bilanz für die Schaden-/Unfallversicherung mit.

GDV: Mit blauem Auge davongekommen

Damit wurde in diesem Versicherungszweig erstmals seit 2001 versicherungstechnisch wieder ein Gewinn erzielt, hebt der Versichererverband hervor.

Bild: Wichert

Die positive Entwicklung kommt recht überraschend – der GDV war noch Ende Januar auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Verbands (VersicherungsJournal 27.1.2017) von einer Combined Ratio von rund 101 Prozent ausgegangen.

Als Grund für die deutlich geringere Schaden-Kosten-Quote führt der Versichererverband an, dass es gerade in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres in Deutschland kaum größere Naturkatastrophen mit hohen Versicherungsschäden gegeben habe. Dadurch fiel das Volumen der Versicherungsleistungen mit 4,7 Milliarden Euro um rund 0,3 Milliarden Euro geringer aus als Ende Januar prognostiziert.

„Die Wohngebäudeversicherer sind daher 2016 mit einem blauen Auge davon gekommen, denn trotz der heftigen Sommerunwetter vor allem im Süden und Westen Deutschlands war es aus Versicherungssicht ein unterdurchschnittliches Naturgefahrenjahr“, lässt sich GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause in einer Pressemitteilung zitieren.

DWD: 2016 gab es klimatische Achterbahnfahrt

Ebenfalls gestern hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor der Presse eine Klimabilanz für das Jahr 2016 gezogen. Der Leiter des DWD-Referats Hydrometeorologische Beratungsleistungen, Dr. Thomas Deutschländer, sprach von einer klimatischen Achterbahnfahrt, die zunächst zu Jahresbeginn Überschüsse bei den Niederschlägen gezeigt habe, dem dann ein trockenes Frühjahr gefolgt sei.

„Von Ende Mai bis Ende Juni kam es schließlich verbreitet zu meist lokalen, teils extremen Starkregenereignissen mit Sturzfluten und Überschwemmungen.“ Die zweite Jahreshälfte sei wiederum zu trocken ausgefallen. Als Beispiel für Wetterereignisse verwies Deutschländer auf das Sturzflutereignis in Simbach (Landkreis Rottal-Inn). Der gleichnamige Fluss, der üblicherweise einen Pegelstand von etwa 20 Zentimeter habe, habe einen Scheitelwert von rund fünf Meter erreicht.

Solche extremen Entwicklungen seien grundsätzlich an jedem Ort in Deutschland denkbar. „Damit stellt sich eine Frage, die ich hier nur stellen, aber nicht beantworten kann: Ist auch jeder Ort hierzulande darauf angemessen vorbereitet?“, so Deutschländer.

Die Häufigkeit der Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“, die sich im vergangenen Jahr in Deutschland mit den Starkniederschlägen im Rahmen der Tiefs „Elvira“, „Fredericke“ (VersicherungsJournal 17.6.2016) und „Gisela“ bemerkbar gemacht habe, könnte bis zum Jahr 2100 um über 50 Prozent zunehmen. „Darauf müssen wir uns vorbereiten, zum Beispiel durch weitere Verbesserungen beim Hochwasserschutz und bei der Warnung der Bevölkerung vor Überflutungsgefahren“, so der DWD-Manager.

Problemfeld Starkregen

Der GDV erklärte auf Anfrage: „Die Klimabilanz 2016 fällt für die Versicherer vergleichsweise gut aus.“ Doch noch nie hätten Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht.

Genau diese Gefahren, die von Starkregen ausgingen, erforsche aktuell ein gemeinsames Projekt vom DWD und GDV. „Die Versicherer wollen nicht zuletzt mit diesem Forschungsprojekt zu einer neuen Risikokultur beitragen.“

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