Sozialausgaben: Wie Deutschland im EU-Ranking liegt

7.3.2017 – Deutschland widmete 2015 43,1 Prozent seiner Staatsausgaben der sozialen Sicherung, einen Großteil davon dem Bereich „Alter“ – das ist Platz drei hinter Finnland und Luxemburg. Umgerechnet entspricht dies 19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, womit die Bundesrepublik noch im ersten Drittel der 28 Staaten liegt. Zusammen mit den Ausgaben für Gesundheit widmet Deutschland knapp 60 Prozent der Ausgaben diesen beiden Bereichen.

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2015 flossen in der Europäischen Union 40,6 Prozent der Staatsausgaben in den Bereich „soziale Sicherung“. Er ist damit der größte Ausgabenbereich der EU-Staaten, und zwar in jedem Mitgliedsstaat. Das besagen Daten, die das europäische Statistikamt Eurostat am Montag veröffentlicht hat.

Die Unterschiede von Land zu Land sind allerdings erheblich. Während Finnland 44,9 Prozent seiner Staatsausgaben für soziale Sicherung aufwendet, tut Ungarn dies nur im Umfang von 29,9 Prozent. Deutschland liegt mit 43,1 Prozent auf Platz drei.

„Alter“ ist in allen Staaten der größte Ausgabenbereich

Schlüsselt man die Ausgaben für soziale Sicherung auf, so stellt sich der Bereich „Alter“ – also Rentenzahlungen – in allen Staaten als der größte heraus.

In Deutschland entfallen auf ihn 20,8 Prozent der Staatsausgaben, also knapp die Hälfte der Ausgaben für soziale Sicherung. Das ist im EU-Vergleich der zwölfte Platz. Auf Rang eins liegt Griechenland (28,4 Prozent) vor Italien (27,4 Prozent) und Österreich (25,3 Prozent).

Der Rest verteilt sich in der Bundesrepublik mit jeweils weniger als sieben Prozent auf die Kategorien Krankheit und Erwerbsunfähigkeit, Hinterbliebene, Familie und Kinder, Arbeitslosigkeit und sonstige Ausgaben.

Anteil der Ausgaben für soziale Sicherung an den staatlichen Gesamtausgaben (in Prozent) – Top 7

Land

Summe

Krankheit
und Erwerbs- unfähigkeit

Alter

Hinter-bliebene

Familie und Kinder

Arbeits- losigkeit

Sonstige

Finnland

44,9

6,2

23,5

1,4

5,7

4,7

3,4

Luxemb.

44,8

3,5

24,8

0,0

9,7

4,8

1,9

Deutschl.

43,1

6,9

20,8

4,2

3,6

4,0

3,5

Frankr.

43,1

4,9

23,8

2,8

4,4

3,5

3,8

Italien

42,6

3,7

27,4

5,5

3,0

2,4

0,6

Dänem.

43,0

8,7

15,2

0,0

8,3

4,9

5,8

Österr.

42,0

3,8

25,3

2,9

4,5

2,8

2,6

EU

40,6

5,9

21,7

2,9

3,7

2,9

3,6

Euroraum

41,5

5,6

22,3

3,7

3,5

3,5

2,8

Ein knappes Fünftel des europäischen BIP geht in soziale Sicherung

Setzt man die Ausgaben ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), so entsprachen die Ausgaben, die die 28 Staaten 2015 für soziale Sicherung tätigten, 19,2 Prozent des gesamten EU-europäischen BIP.

Auch hier ist die Spannweite groß: Sie reicht von 25,6 Prozent in Finnland bis 9,6 Prozent in Irland. Insgesamt acht Länder geben umgerechnet mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für soziale Sicherung aus. Deutschland folgt mit 19,0 Prozent auf Rang neun.

Ausgaben für soziale Sicherung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts – Top 9

Land

Summe

Krankheit
und Erwerbs-unfähigkeit

Alter

Hinter-bliebene

Familie und Kinder

Arbeits- losigkeit

Sonstige

Finnland

25,6

3,5

13,4

0,8

3,2

2,7

2,0

Frankr.

24,6

2,8

13,6

1,6

2,5

2,0

2,2

Dänem.

23,6

4,8

8,3

0,0

4,6

2,7

3,2

Österr.

21,7

1,9

13,1

1,5

2,3

1,5

1,3

Italien

21,5

1,9

13,8

2,8

1,5

1,2

0,3

Schwed.

20,9

4,5

10,7

0,3

2,5

1,3

1,7

Griech.

20,5

1,6

15,7

1,7

0,6

0,7

0,2

Belgien

20,2

3,5

9,1

1,8

2,4

2,0

1,4

Deutschl.

19,0

3,1

9,2

1,9

1,6

1,7

1,6

EU

19,2

2,8

10,3

1,4

1,7

1,4

1,7

Euroraum

20,1

2,7

10,8

1,8

1,7

1,7

1,4

7,2 Prozent des BIP für Gesundheit – Deutschland auf Platz acht

Separat ausgewiesen wird der Bereich „Gesundheitswesen“. Er umfasst unter anderem die stationäre und die ambulante Behandlung. Die detaillierte Klassifikation der einzelnen Staatsausgaben-Kategorien stellt Eurostat online zur Verfügung.

Geht es nach dem Anteil an den Staatsausgaben, so liegt hier Irland (19,3 Prozent) vor Tschechien (18,2 Prozent) an der Spitze. Schlusslichter sind Griechenland (8,2 Prozent) und Zypern (6,4 Prozent). Deutschland liegt mit 16,3 Prozent auf Rang sechs.

57,5 Prozent für soziale Sicherung und Gesundheit

Bildet man die Summe aus den Bereichen „soziale Sicherung“ und Gesundheitswesen, so wendet Deutschland hierfür insgesamt 59,4 Prozent der Staatsausgaben (EU: 55,8 Prozent) oder 26,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (EU: 26,4 Prozent) auf.

Gesamtausgaben für „soziale Sicherung“ und Gesundheitswesen – ausgewählte Länder

Land

Anteil an den Staats-ausgaben

Anteil in Prozent des Brutto-inlandsprodukts

Soziale Sicherung

Gesund- heitswesen

Summe*

Soziale Sicherung

Gesund- heitswesen

Summe*

Deutschl.

43,1

16,3

59,4

19,0

7,2

26,2

Dänemark

43,0

15,6

58,6

23,6

8,6

32,2

Finnland

44,9

12,6

57,5

25,6

7,2

32,8

Österreich

42,0

15,5

57,5

21,7

8,0

29,7

Frankreich

43,1

14,3

57,4

24,6

8,2

32,8

Italien

42,6

14,1

56,7

21,5

7,1

28,6

Luxemburg

44,8

10,9

55,7

18,9

4,6

23,5

Schweden

41,6

13,8

55,4

20,9

6,9

27,8

EU

40,6

15,2

55,8

19,2

7,2

26,4

Euroraum

41,5

14,9

56,4

20,1

7,2

27,3

Schweiz**

39,9

6,5

46,4

13,5

2,2

15,7

Schlagwörter zu diesem Artikel
Erwerbsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Ranking · Rente · Risiko-Lebensversicherung
 
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