So viele Personen in Deutschland sind auf „Stütze” angewiesen

29.11.2016 – Zum Jahresende 2015 erhielten in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes knapp acht Millionen Menschen soziale Mindestsicherungs-Leistungen. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 9,7 Prozent. Zu diesen Sozialleistungen zählen etwa Hartz IV, die Grundsicherung und die Sozialhilfe, aber auch Ansprüche aus dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Diese nahmen angesichts der Flüchtlingswelle deutlich zu.

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Bezieher von sozialen Mindestsicherungs-Leistungen in der Bundesrepublik um rund 600.000 auf knapp acht Millionen angestiegen, wie gestern vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Zahlen zeigen. Der Anteil ist um 0,6 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent der in Deutschland lebenden Personen gewachsen.

Der Anstieg der Zahl der betroffenen Personen ist nach Destatis-Angaben vor allem in den hohen Flüchtlingszahlen begründet. Die Zahl der Personen, die Leistungen aus dem Asylbewerber-Leistungsgesetz bezogen, stieg von 363.000 auf rund 975.000 an.

Wie in den Vorjahren auch waren Ende vergangenen Jahres die Menschen in Berlin (19,4 Prozent) und Bremen (18,5 Prozent) am häufigsten auf Leistungen der sozialen Mindestleistung angewiesen. Die geringste Inanspruchnahme gab es in Bayern (5,2 Prozent) und Baden-Württemberg (6,0 Prozent).

5,8 Millionen Menschen beziehen Hartz IV

Die weitaus größte Gruppe der Leistungsbezieher stellen die Empfänger von Hartz IV (Arbeitslosengeld II/Sozialgeld) mit 5,8 Millionen dar. Das waren fast drei Viertel aller Empfänger von sozialen Mindestleistungen.

Auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung hatte gut eine Million Menschen Anspruch. Regelleistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz bekamen knapp eine Million Flüchtlinge (12,2 Prozent).

Dies entspricht einem Anteil von knapp über beziehungsweise unter einem Achtel. Schließlich gab es noch die Gruppe der Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen. Die rund 137.000 Personen machten einen Anteil von 1,7 Prozent aus.

Bild: Destatis
Bild: Destatis

Flüchtlinge leben vor allem in den alten Bundesländern

Der Anstieg bei den Beziehern von sozialen Mindestleistungen vollzog sich vor allem in den alten Bundesländern (ohne Berlin), die auch die Masse der Flüchtlinge aufgenommen haben.

Hier nahm die Quote um 0,7 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent (knapp 5,9 Millionen Betroffene) zu. In den neuen Bundesländern waren knapp 2,1 Millionen Menschen betroffen. Die Quote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent.

Nach Berlin und Bremen folgen Hamburg (Quote 13,9 Prozent), Sachsen-Anhalt (13,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (13,1 Prozent). Naturgemäß hatte Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland Ende 2015 mit gut 2,1 Millionen Personen mit großem Abstand die meisten Empfänger von sozialer Mindestleistung.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Arbeitslosenversicherung · Erwerbsminderung · Sozialhilfe
 
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