Rund jeder neunte Deutsche über 65 Jahren ist noch erwerbstätig

13.7.2017 – Die Zahl der Erwerbstätigen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren hat sich in den zehn Jahren bis 2016 in etwa verdoppelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen elf Prozent dieser Altersgruppe im vergangenen Jahr einer Beschäftigung nach. Der Trend dürfte sich in diesem Jahr weiter verstärken, da zum einen eine weitere Stufe auf dem Weg zur Rente mit 67 Jahren vollzogen wird. Zum anderen dürfte das Flexi-Rentengesetz, das Anreize für ein längeres Arbeiten setzt, erste Wirkung entfalten.

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Im vergangenen Jahr waren in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen 942.000 Personen noch erwerbstätig. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) gestern auf Basis erster Ergebnisse des Mikrozensus‘ mit.

Dies entspricht einem Anteil von in etwa einem Neuntel. Bei den Männern waren es 15 Prozent, bei den Frauen acht Prozent. Gegenüber dem Jahr 2006 hat sich die Zahl damit verdoppelt. Damals gingen sieben Prozent der Männer in dieser Altersgruppe und vier Prozent der Frauen noch arbeiten.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass seit dem Jahr 2012 die Grenze für die Regelaltersgrenze schrittweise bis auf 67 Jahre angehoben wird. Ende 2016 galt eine Altersgrenze von 65 Jahren und fünf Monaten. Über die Anzahl der Personen, die zwischen 65 und 65 Jahre und fünf Monate alt waren, wurden keine Angaben gemacht.

Erwerbstätigkeit Älterer bessert überwiegend die Rente auf

Für die meisten der noch arbeitenden Personen in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren handelte es sich um einen Hinzuverdienst zur Rente. Die meisten (58 Prozent) lebten in erster Linie von der gesetzlichen Rente. Zudem bestritten rund drei Prozent ihren Lebensunterhalt durch Einkünfte von Angehörigen. Weitere etwa drei Prozent profitierten von Einkommen aus Vermietung oder Verpachtung.

Für rund 37 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 65 und 74 Jahre war die ausgeübte Tätigkeit die vorwiegende Quelle des Lebensunterhalts. Im vergangenen Jahr lebten damit 346.000 Personen – das ist mehr als jeder Dritte – dieser Gruppe überwiegend vom eigenen Arbeitseinkommen.

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Rentenversicherung informiert über Flexi-Rente

Die Bundesregierung erhofft sich mit dem Anfang des Jahres in Kraft getretenen Flexi-Rentengesetz (VersicherungsJournal 20.10.2016) mehr Menschen dazu bewegen zu können, auch im höheren Alter noch in Teilzeit oder Vollzeit weiter zu arbeiten. Dafür wurden besondere Anreize geschaffen. Im Ergebnis erhofft man sich eine Dämpfung der demografischen Herausforderungen, die mit sinkenden Erwerbstätigenzahlen einhergehen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat kürzlich eine Broschüre (PDF, 250 KB) aufgelegt, die über die neuen Möglichkeiten der Flexi-Rente informiert. Ab 1. Juli diesen Jahres können Rentner mit einer vorgezogenen Altersrente 6.300 Euro im Jahr (14 mal 450 Euro) hinzuverdienen. Zuvor galt eine starre Monatsgrenze von 450 Euro, wobei zwei Mal bis zu 900 Euro hinzuverdient werden durfte.

Wer bereits seine Altersrente bezieht, aber dennoch weiter arbeitet, kann jetzt seine Rente weiter aufbessern. Bislang blieben die weiter zu zahlenden Arbeitgeberleistungen für die eigene Rente unberücksichtigt. Jetzt kann derjenige wieder Eigenbeiträge leisten und zugleich von den Arbeitgeberleistungen profitieren. Einmal im Jahr wird die Rente dann entsprechend zusätzlich erhöht.

Schließlich kann man auch später in Rente gehen, wobei sich der Rentenanspruch je Monat um 0,5 Prozent (sechs Prozent im Jahr) erhöht. Zusätzlich steigert sich die Rente noch durch die laufende Beitragszahlung zur Rentenversicherung.

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