Hier schlagen Blitze am häufigsten ein

14.7.2017 – Seit 1999 gab es in Deutschland nicht mehr so wenige Blitzeinschläge wie im Jahr 2016. Als Einschlagsregion Nummer eins hat sich der nordrhein-westfälische Landkreis Wesel erwiesen. Hier schlugen pro Quadratkilometer 4,13 Blitze ein. In Flensburg hingegen taten dies nur 0,21 Blitze je Quadratkilometer. Damit ist die Region die blitzärmste 2016.

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Die Zahl der Blitzeinschläge in Deutschland war 2016 die niedrigste seit 1999. Das geht aus der Veröffentlichung des Blitz-Informationsdienstes der Siemens AG (BLIDS) hervor. Der Dienst registrierte im vergangenen Jahr 431.644 Blitzeinschläge in der Bundesrepublik. Das sind deutlich weniger als im Jahr davor, in dem noch rund 550.000 Einschläge verzeichnet worden sind.

BLIDS nutzt über 160 verbundene Messstationen in Europa, heißt es auf der Homepage des Info-Dienstes. Gewitterblitze werden landesweit auf bis zu 100 Meter genau geortet. Wenige Sekunden nach einem Blitzschlag stehen die Informationen den Anwendern zur Verfügung.

Blitzeinschläge 2016 (Bild: BLIDS)
Fast 432.000 Mal schlugen 2016 in Deutschland Blitze ein (Bild: BLIDS)

August ist schuld am Blitz-Rückgang

Da es im vergangenen August nur sehr wenige Gewitter gegeben habe, sei die Einschlagsstatistik 2016 so gering ausgefallen, so die Untersuchung. Denn der August ist normalerweise der blitzreichste Monat des Jahres, erklärt Stephan Thern, Leiter des BLIDS, in einer Pressemitteilung den Rückgang.

Am häufigsten schlugen Blitze im nordrhein-westfälischen Landkreis Wesel ein – einer eigentlich blitzarmen Region, heißt es im Bericht. 4,13 Einschläge pro Quadratkilometer ergeben eine Gesamtzahl von 4.297 Blitzen, die dort die Erde erreichten. „Dies lag an wenigen, dafür aber sehr heftigen Gewittern im Mai und Juni, bei denen ein Großteil der Blitze im Landkreis eingeschlagen sind“, erläutert Thern.

Jahresvergleich (Bild: BLIDS)
Blitzeinschläge im Jahresvergleich (Bild: BLIDS)

Auf dem zweiten Platz liegt die bayerische Stadt Aschaffenburg. Hier schlugen 3,82 Blitze pro Quadratkilometer ein. Insgesamt wurden 238 Einschläge verzeichnet. Der Westmünsterland-Kreis Borken ist mit nur wenigen Einschlägen pro Quadratkilometer weniger (3,77) aber insgesamt stolzen 5.357 Einschlägen im Jahr 2016 auf Platz drei der blitzschlagreichsten Regionen.

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Im Süden blitzt es häufiger als im Norden

Am wenigsten haben Blitze in Flensburg eingeschlagen. Nur 0,21 Einschläge pro Quadratkilometer bzw. insgesamt zehn Einschlägen landete die Stadt in Schleswig-Holstein am Ende der Liste. In Frankfurt (Oder) wurden dieselben Einschläge pro Quadratkilometer wie in Flensburg ermittelt. Hier trafen 31 Blitze den Boden. Im bayrischen Fürth knallte es 17 Mal und damit 0,27 Mal pro Quadratkilometer, was die drittwenigsten Erdblitze 2016 ausmacht.

Im Langzeitvergleich seit 1999 liegen jedoch weiterhin die bayerischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen mit 4,2 und Berchtesgadener Land mit 3,8 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer an der Spitze.

Das Bundesland Bayern ist im diesjährigen Bundesländer-Ranking mit 1,37 Erdblitzen pro Quadratkilometer (96.641 Blitzeinschläge insgesamt) auf Platz sechs. Davor befinden sich Baden-Württemberg (1,43; 51.024), Sachsen (1,48; 27.251), Berlin (1,5; 1.333), Nordrhein-Westfahlen (1,65; 56.151) und Spitzenreiter Hamburg (1,65; 1.215).

Tendenziell gibt es in den südlichen Bundesländern besonders viele Blitzeinschläge, während im Norden – wie beispielsweise in Schleswig-Holstein mit 0,69 Einschläge pro Quadratkilometer – eher wenige zu verzeichnen sind, heißt in den Unterlagen zur Statistik.

GDV verzeichnete weniger Schäden durch Blitzschlag

Laut der BLIDS-Statistik sind die Zahlen der Blitzeinschläge seit 2014 rückläufig. Das bestätigte auch die aktuelle Schadenstatistik zu Blitzeinschlägen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) aus dem vergangenen August. 2015 verzeichnete der GDV 340.000 Schäden durch Blitzschlag und Überspannung, die die Versicherer rund 220 Millionen Euro an Versicherungsleistungen kosteten. Das war ein Rückgang von 30 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2014.

Nach GDV-Angaben sind vor allem die indirekten Überspannungsschäden Schadentreiber, wenn der Blitz also in unmittelbarer Umgebung einer Wohnung einschlägt. 2013 machten Überspannungsschäden mit etwa 80 Prozent den größten Anteil aus – die Schadenzahl durch direkte Blitzeinschläge ist folglich relativ gering (VersicherungsJournal 25.8.2016).

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