Haftungsstreit: Beim Einkaufen die Kleidung ruiniert

19.5.2017 – Wer in einem Supermarkt an einem Weidenkorb hängen bleibt und sich dabei seine Kleidung ruiniert, hat in der Regel keinen Anspruch auf Ersatz des ihm entstandenen Schadens. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts München vom 8. März 2017 hervor (111 C 21848/16).

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Die Klägerin hatte kurz vor Ladenschluss einen Münchener Supermarkt aufgesucht, um dort schnell noch etwas einzukaufen. Dabei blieb sie im Eingangsbereich mit ihrem Strickkleid an zwei aus einer Auslage herausstehenden Stäben eines Weidenkorbs hängen.

Das nur wenige Monate zuvor erworbene und lediglich zwei- bis dreimal getragene Kleid wurde bei dem Zwischenfall irreparabel beschädigt. Die Klägerin verlangte daher von dem Betreiber des Supermarktes, ihr den Schaden zu ersetzen.

Unbegründeter Vorwurf

Nachdem sowohl dieser als auch sein Versicherer die Forderung als unbegründet zurückgewiesen hatten, zog die Klägerin vor das Münchener Amtsgericht. Dort erlitt sie eine Niederlage. Den Vorwurf der Klägerin, dass der Betreiber des Marktes seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt hatte, hielt die zuständige Richterin für unbegründet.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hatten die zwei Weidenstäbchen maximal 1,5 Zentimeter aus dem Korb hinausgeragt. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei einem Weidenkorb um ein Naturprodukt handelt, stellt das nach Meinung des Gerichts keine besondere Gefahrenquelle dar.

Mit dem Kopf nach unten

„Es handelte sich um einen ganz normalen Weidekorb. Ein leichtes Herausstehen der abgeschnittenen Enden ist bei einem handgefertigten Naturprodukt jedoch zu erwarten. Die Klägerin hätte mit einem naturgemäß empfindlichen Strickkleid schlichtweg nicht zu nah herangehen sollen“, so das Gericht.

Im Übrigen hatte die Klägerin in der mündlichen Verhandlung angegeben, dass sie es eilig gehabt und daher nicht nach irgendwelchen Gefahrenquellen geschaut hätte. Nach Ansicht des Gerichts hätte sie daher selbst dann keinen Anspruch auf Ersatz des ihr entstandenen Schadens gehabt, wenn dem Betreiber des Supermarkts eine Verletzung seiner Verkehrssicherungs-Pflicht hätte vorgeworfen werden können. „Denn mit dem Kopf nach unten sieht man das halt nicht.“

Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

 
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