Rundumschlag mit zusätzlichen Kennzahlen

18.9.2017 – Bei Lebensversicherungen sind neben dem problematischen Niedrigzinsniveau vor allem das Neugeschäft und die Ausstattung an Sicherheitsmitteln zentrale Themen. Zur besseren Einordnung der Geschäftsergebnisse wurden mit dem Bestand und der Zuführung zur Zinszusatzreserve, dem Annual Premium Equivalent und der Sicherheitsmittelquote neue Kennzahlen aufgenommen.

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Am 19. September erscheint die Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2016. Auf über 160 Seiten werden wichtige Kennzahlen sowohl tabellarisch als auch grafisch dargestellt. Es handelt sich hier nicht um einen Vergleich der zehn größten Anbieter oder um 60 Gesellschaften mit 80 Prozent Marktanteil. Die Bilanzanalyse der Map-Report-Redaktion ist traditionell ein vollständiger Marktüberblick über die 82 deutschen Lebensversicherer.

Berücksichtigt werden auch Gesellschaften ohne Neugeschäft. Zwar sind Kennzahlen der „Run-Off-Gesellschaften“ nur bedingt mit den der aktiv verkaufenden Markteilnehmer vergleichbar. Dennoch sind sie Teil des Marktes mit Millionen von Verträgen im Bestand. Somit lohnt sich auch hier ein genauerer Blick in die Bücher.

In den Ratings der Map-Report-Redaktion zeigt sich immer wieder, dass bilanzstarke Gesellschaften tendenziell auch bei den Kennzahlen der Bereiche Service- und Vertragsdaten besser abschneiden als Anbieter mit schwächeren Bilanzdaten.

Und so bilden neben klassischen Bilanzkennzahlen wie Nettorendite, Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen, Marktanteilen und weiteren Kennziffern Bestands- und Neugeschäftsentwicklungen einen Analyse-Schwerpunkt. Insgesamt war das Geschäftsjahr 2016 eher durchwachsen. Im Neugeschäft zeigten sich jedoch auch positive Tendenzen. Zudem enthält die inzwischen 27. Auflage auch mit dem Annual Premium Equivalent und der Sicherheitsmittelquote auch zwei neue Kennzahlen.

Map-Report 895 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Quelle: Map-Report 895 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)

Annual Premium Equivalent (APE)

Das „Annual Premium Equivalent“ (APE) ist eine international gebräuchliche Größe. Sie umfasst im Neugeschäft die laufenden Jahresbeiträge plus zehn Prozent der Einmalbeiträge. Wie auch die Beitragssumme des Neugeschäfts soll das APE sowohl den laufenden Beitrag als auch den Einmalbeitrag im Neugeschäft angemessen gewichtet berücksichtigen. Die Gewichtung wird vor allem durch die unterschiedliche Dauer der Beitragszahlung im Neugeschäft notwendig. Dabei wird gemäß internationaler Praxis eine zehnjährige Laufzeit der Verträge gegen Einmalbeitrag unterstellt.

Obwohl diese Kennzahl eine vom GDV empfohlene ist, gibt es dennoch einen Haken. Denn sowohl bei den laufenden als auch bei den Einmalbeitrags-Einnahmen werden nicht nur die Prämien für neu eingelöste Versicherungsscheine berücksichtigt. Auch die Erhöhungen der Versicherungssummen fließen mit ein.

Um das APE weiter aufzuschlüsseln, bietet das Heft auch detaillierte Übersichten zum Neugeschäft nach laufenden und Einmalbeiträgen, ohne die Erhöhungen der Versicherungssummen zu berücksichtigen. Zusammen mit dem Neugeschäft nach eingelösten Versicherungsscheinen in Stück ist dabei für alle Versicherungsarten (KLV, Rente, Risiko-LV, Sonstige und Kollektiv) übersichtlich dargestellt, welche Gesellschaft mit welcher Produktlinie wirkliches Neugeschäft zeichnen konnte.

Sicherheitsmittelquote

Die zweite erstmals berücksichtigte Kennzahl ist die Sicherheitsmittelquote. Sie spiegelt laut GDV die Solidität eines Lebensversicherers wider. Sie ist ein Indiz dafür, ob das Unternehmen auch langfristig seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann.

Zur Deckung eventueller Verluste stehen den Lebensversicherern die Bilanzpositionen Eigenkapital, nicht festgelegte Mittel der Rückstellung für Beitragsrückerstattung und Schlussüberschuss zur Verfügung. Die Sicherheitsmittelquote gibt an, wieviel dieser Mittel und wieviel Zinszusatzreserve im Verhältnis zur Höhe der Deckungsrückstellung vorhanden sind. Die Zinszusatzreserve wird dabei in der Regel aus den Erträgen gebildet, um sicherzustellen, dass die eingegangenen Verpflichtungen erfüllt werden können. Sie wird deshalb ebenfalls in dieser Quote berücksichtigt.

Veranschaulichend dazu haben wir auch die Höhe des Bestands der Zinszusatzreserve und die Zuführung in absoluten Zahlen veröffentlicht. Die Zusammenhänge rund um die Zinszusatzreserve hat die Bafin kürzlich sehr lesenswert zusammengefasst, nachzulesen unter https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2017/fa_bj_1708_Zinszusatzreserve.html.

Zusätzlich enthält die Bilanzauswertung zu fast allen Kennzahlen grafische Übersichten. Anhand der Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr werden jeweils die zehn besten und die zehn schlechtesten Gesellschaften abgebildet.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Rating · Rente · Runoff · Verkauf · Versicherungsaufsicht
 
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