PKV unter der Lupe

21.8.2017 – Nach einem wenig erfreulichen Jahr 2015 mehren sich die positiven Tendenzen in den Bilanzen der privaten Krankenversicherer. In Zeiten des anhaltenden Niedrigzinsniveaus wird zur Interpretation der Nettorendite auch die laufende Durchschnittsverzinsung berücksichtigt.

WERBUNG

Am 22. August erscheint die Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2007 bis 2016. Auf 126 Seiten bietet dieses Heft ausführliche Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Branche.

Trotz des Umfangs von über 120 Seiten bietet die Bilanzanalyse einen schnellen Überblick über den Stand und die Entwicklung der einzelnen Kennzahlen für die untersuchten Gesellschaften. Der übersichtliche Vergleich einzelner Anbieter fördert die Markttransparenz, unterstützt eine unabhängige und objektive Beratung und erhöht die Haftungssicherheit für Vermittler.

Auswirkungen des Zinsniveaus

Die Hand in Hand mit der Politik der Europäischen Zentralbank gehende Zinsentwicklung, schlägt immer mehr auf die Kunden der privaten Krankenversicherung durch. Für die Branche wird es dabei zunehmend schwieriger, einen ausreichenden Zinssatz zu erzielen. Deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Rückgang der laufenden Durchschnittsverzinsung. 2016 lag diese Verzinsung noch bei 3,51 Prozent, nach 3,65 Prozent im Vorjahr.

Map-Report 892 Monatsrenten ab 1997 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Quelle: Map-Report 894 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen bewegte sich 2016 mit 3,71 Prozent auf dem Vorjahresniveau (3,69 Prozent). Sie errechnet sich als Bruttoerträge minus Aufwendungen (inklusive Abschreibungen) für die Kapitalanlagen im Verhältnis zum mittleren Kapitalanlagenbestand des Jahres. Ein Teil der Erträge aus Kapitalanlagen werden als „Gewinne aus dem Abgang aus Kapitalanlagen“ bilanziert und beinhalten die Realisierung von Bewertungsreserven. Für das, angesichts anhaltend niedriger Marktzinsen, hohe Resultat der Nettorendite ist die verstärkte Auflösung von Bewertungsreserven verantwortlich.

Das wird deutlich bei dem Vergleich mit der laufenden Durchschnittsverzinsung. Diese Kennzahl erfasst alle laufenden Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen. Damit bleiben außerordentliche Erträge und Aufwendungen, etwa Gewinne aus dem Verkauf von Vermögensanlagen, Abschreibungen aufgrund von Kursverlusten sowie Sonderabschreibungen, unberücksichtigt.

Map-Report 892 Monatsrenten ab 1997 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Quelle: Map-Report 894 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)

Für den Vergleich ist auch der duRz wichtig

Seitdem der Rechnungszins nicht mehr brancheneinheitlich 3,50 beträgt, spielt auch der durchschnittliche unternehmensindividuelle Rechnungszins (duRz) eine wichtige Rolle. Und eben dieser duRz schlägt auch auf die Vergleichbarkeit der Nettorendite durch. So ist der duRz mitverantwortlich dafür, wie hoch der Überzins eines Versicherers ausfällt.

Die Überzinszuweisung als Teil der Nettoverzinsung, der über dem Rechnungszins liegt, wird zu 90 Prozent den Versicherten gutgeschrieben. Ebenso wie der gesetzliche zehnprozentige Beitragszuschlag ist auch die Überzinszuweisung dafür vorgesehen, Kostensteigerungen infolge des medizinischen Fortschritts und Prämiensteigerungen abzumildern.

Mit zunehmender Dauer der Niedrigzinsphase werden also auch die Auswirkungen auf die Beitragsstabilität deutlicher. Mit Hilfe des duRz ist ableitbar, welche Gesellschaften ihren Rechnungszins bereits senken mussten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wäre der duRz eine Pflichtangabe in den Geschäftsberichten. Trotz schlechterer Vergleichbarkeit der Nettorendite als zu Zeiten des einheitlichen Rechnungszinses von 3,50 Prozent, ist eine hohe Rendite noch immer einer niedrigeren vorzuziehen.

Vergleich mit 33 Kennzahlen

Die Beurteilung eines Unternehmens sollte nicht an einer oder zwei einzelnen Kennzahlen festgemacht werden. Die Solidität eines Unternehmens ist nicht allein von seiner finanziellen Ausstattung oder dem Zinsniveau abhängig.

Auch die Größe des Unternehmens sowie die Bestandszusammensetzung beeinflusst die Ergebnisse der Kennzahlen. Der Vergleich konzentriert sich deshalb auf die Anbieter der Vollkostenversicherung. Anbieter wie Ergo Direkt oder Envivas mit dem Schwerpunkt auf Zusatzversicherungen, werden deshalb nur sporadisch bei Beitragseinnahmen und Marktanteilen aufgeführt.

Zu den klassischen Bilanzkennzahlen wie Nettorendite, Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen, Marktanteilen und vielen weiteren Kennziffern, werden im Vergleich zum Vorjahr jeweils die zehn Auf- und Absteiger grafisch dargestellt. Das erspart Zeit bei der Zahleninterpretation. Zudem beinhaltet der Vergleich zu allen Anbietern acht Grafiken zu ausgewählten Kennzahlen. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren werden damit die Trends der jeweiligen Gesellschaft im Vergleich zum Markt veranschaulicht.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Mapreport · Private Krankenversicherung · Verkauf
 
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG
Mit Storytelling Kunden gewinnen

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Zahlen und Daten mittels einer Geschichte zu veranschaulichen? Storytelling in Gespräch und Vortrag zieht die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Kunden auf Ihr Thema.

In diesem Praktikerhandbuch wird erklärt wie!

Mehr Informationen...

WERBUNG