Die Solvency-II-Quoten sind da

28.6.2017 – In der ersten Übersicht zum neuen Aufsichtsregime wird ein Einblick zu den angewendeten Modellen und Maßnahmen gegeben. Für den Vergleich der SCR-Bedeckungsquoten kamen verschiedene Varianten zum Einsatz.

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Am 29. Juni erscheint die erste Untersuchung zum neuen Solvency-II-Regime. Das Heft „Solvabilität im Vergleich 2007 bis 2016“ basiert auf den SFCR-Berichten der deutschen Lebens- und Krankenversicherer.

Zum 22. Mai 2017 waren die Versicherer erstmals dazu aufgerufen, ihre Solvabilitätsberichte auf den Internetseiten zu veröffentlichen. Deshalb waren wir nicht wie in den vergangen Jahren auf die verhaltene Informationsbereitschaft der Branche angewiesen. Mit Ausnahme der Barmenia und Hansemerkur veröffentlichten alle Lebens- und Krankenversicherer die Berichte zum Stichtag, so dass wir einen fast vollständigen Marktüberblick bieten können.

Vergleich mit Hindernissen

Die einfache Verwendung von aufsichtsrechtlich relevanten Solvency-II-Quoten, also inklusive aller angewendeten Übergangsmaßnahmen, als Instrument im vertrieblichen Wettbewerb der Unternehmen ist denkbar ungeeignet. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

In den Gesamtübersichten aller Anbieter werden deshalb unterschiedliche Quoten abgebildet. Die Solvabilitätsquote wird dabei sowohl mit Volatilitätsanpassung und Übergangsmaßnahmen als auch ohne jegliche Hilfsmaßnahmen abgebildet. Trotz immer noch eingeschränkter Aussagekraft wird damit näherungsweise das gleiche Obst untersucht.

Die Beurteilung eines Unternehmens sollte aber nicht an einer einzelnen Kennzahl festgemacht werden. So teilen wir die Auffassung der Bafin, dass einerseits die Solidität eines Unternehmens nicht allein von seiner finanziellen Ausstattung, sondern auch von der Qualität seiner Geschäftsorganisation und seines internen Risikokontrollsystems abhängig ist. Andererseits führen, wie schon unter Solvency I, unterschiedliche Geschäftsmodelle zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den Kennzahlen.

Neben der Größe des Unternehmens und der Marktlage im jeweiligen Segment, ist auch das individuelle Risikoprofil zu berücksichtigen. Individualisierungsmöglichkeiten, wie die Nutzung von unternehmensspezifischen Parametern oder internen Modellen, wirkten sich dabei ebenfalls auf die Höhe der Bedeckung aus.

Karten wurden neu gemischt

Im Vergleich zum Vorjahresheft, Map-Report 884 – „Solvabilität im Vergleich 2006 bis 2015“, in dem die Solvabilitätsquoten noch nach dem Solvency-I-Regime abgebildet waren, hat sich die Reihenfolge der Gesellschaften deutlich verändert. Denn eine hohe Solvency-l-Quote ist kein Garant für ein gutes Abschneiden bei Solvency ll.

Map-Report 892 Monatsrenten ab 1997 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Beispiel für einen Versicherer, dessen Solva-I-Quote ansteigend positiv war, der aber nach Solva-II mit und ohne Übergangshilfen jeweils weit unter dem Durchschnitt liegt. Quelle: Map-Report 893 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)

Andersherum können Gesellschaften, die nach Solvency I eher unterdurchschnittlich bedeckt waren, nach dem neuen Regime auch weit überdurchschnittliche Quoten ausweisen.

Das liegt an einer Reihe von Faktoren – beispielsweise an den langfristigen Garantien. Unternehmen, die stark im klassischen Garantiegeschäft unterwegs waren und sind, müssen dieses nach Solvency ll mit mehr Eigenkapital unterlegen. Aber auch eine stärkere Ausrichtung auf vermeintlich risikoreichere Kapitalanlagen erfordert jetzt mehr Eigenkapital als zuvor.

Map-Report 892 Monatsrenten ab 1997 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Beispiel für einen Versicherer, dessen Solva-I-Quote den Durchschnitt immer mehr unterschritten hat, der aber nach Solva-II die Branchenmittelwerte mit und ohne Übergangshilfen weit übertrifft. Quelle: Map-Report 893 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)

Konzentration auf das Wesentliche

Bei jedem Map-Report stellt sich für uns natürlich die Frage, was unsere Leser zu dem jeweils untersuchten Thema am meisten interessiert. Zu den erstmals vorgelegten SFCR-Berichten, die bereits durch die gesetzlichen Vorgaben an unternehmens-spezifischen Informationen eine Flut an Daten bieten, waren das die SCR-Bedeckungsquoten.

Dieses Heft ist ein erster Ansatz, sich der komplexen Materie des Solvency-II-Regimes zu nähern. Die erste Ausgabe ist bewusst einfach gehalten und soll einen Überblick über die Bedeckungsquoten der deutschen Lebens- und privaten Krankenversicherer bieten.

Ergänzt wird das Heft um kurze Erläuterungen zu den im Zusammenhang mit Solvency II häufig verwendeten Begriffen. Unter dem Titel „Wissenswertes zu Solvency II in Kurzform“ werden die unserer Meinung nach wichtigsten Details kurz erklärt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Mapreport · Solvabilität · Versicherungsaufsicht
 
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