Das Klassik-Rating löst das M-Rating und P-Rating ab

6.12.2016 – Der Lebensversicherungs-Markt verändert sich zusehends. Immer mehr Gesellschaften verabschieden sich von klassischen Garantieprodukten. Vor allem bei Kapital-Lebensversicherungen schrumpft die Anzahl der Anbieter. Grund genug, das Rating inhaltlich zu überarbeiten.

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Am 7. Dezember erscheint das neue Rating deutscher Lebensversicherer der Map-Report-Redaktion.

Das „M-Rating“ und das „P-Rating“ der deutschen Lebensversicherer sind wohl die bekanntesten Veröffentlichungen unter dem Map-Report-Banner. Doch auch hier gilt es, die Zeichen der Zeit zu berücksichtigen. Während die Produkte der sogenannten „Klassik“ immer weiter ins Hintertreffen geraten, sind „Neue Klassik“, Fondspolicen und Angebote zur Biometrie weiter im Aufwind.

Aus M- und P-Rating wird das Klassik-Rating

Das M- und P-Rating waren bisher Unternehmensratings, bei denen sowohl Klassik als auch Biometrie (am Rande) berücksichtigt wurden. Im aktuellen Umfeld erscheint diese Vorgehensweise nicht mehr zeitgemäß. Die Anzahl der Klassik-Anbieter sinkt kontinuierlich. Dadurch wird die Aussagekraft des Ratings beeinträchtigt, was wiederum auf die Teilnahmebereitschaft seitens der Gesellschaften durchschlägt.

Obwohl sich mit der Kapital-Lebensversicherung (KLV) kaum noch ein Kunde hinter dem Ofen hervorlocken lässt, konnten wir uns bisher nicht dazu durchringen, das Rating komplett einzustampfen.

Deshalb wählten wir einen anderen Weg: Sowohl für Klassik als auch für Biometrie werden einzelne, inhaltlich aufgewertete Ratings erstellt. Und dieses Klassik-Rating bildet den Startschuss. Zuvor hatten wird in den Map-Reports 885 und 886 bereits unsere ersten Fondspolicen-Ratings veröffentlicht.

Weiterhin mit langfristiger Erfolgsbetrachtung

Die Bewertung im Klassik-Rating ist eine Kombination des Langfristvergleichs aus dem ehemaligen M-Rating und den kurzfristigen P-Ratings. Im Vertragsteil werden Vergangenheitsdaten über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren berücksichtigt. Diese Daten wurden bisher ausschließlich im M-Rating verwendet.

Für die Berechnung der Bilanz- und Servicekennzahlen wurde hingehen auf Durchschnittswerte über fünf Jahre zurückgegriffen, wie es bisher im P-Rating üblich war.

Die langfristigen Vertragsdaten sind immer noch relevant. Zwar wurden die Verträge vor langer Zeit abgeschlossen, sind aber vor kurzem erst ausgelaufen. Für die Bilanzkennzahlen hielten wir einen Zeitraum von zwölf Jahren für nicht mehr angemessen. Mit der kurzfristigeren Betrachtung werden Ausreißer genügend geglättet und keine Effekte aus längst vergangenen Tagen mehr berücksichtigt.

Neue Stornoquoten

Ein wichtiger Indikator für die Qualität eines Lebensversicherers ist die Stornoquote. Sie misst, wie viele Verträge, in Prozent des Bestandes, vorzeitig gekündigt werden. Das zeigt, ob die Vertriebsstrategie auf gute Beratung setzt.

Wer Geschäft ohne Rücksicht auf Kundenverluste betreibt, kann nicht erwarten, für kundenorientiert gehalten zu werden. Deshalb wird die Stornoquote als Qualitätskennziffer gewertet.

Die Berechnung der Stornoquoten wurde für dieses Rating geändert. Bisher diente der mittlere Jahresbestand an Hauptversicherungen als Basis. Da im Vertragsteil jedoch lediglich KLV-Verträge und Rentenversicherungen in die Bewertung einfließen, wurde die Kennzahl jetzt separat auf die Bestände der KLV- und Rentenverträge berechnet.

Gesamtreservequote als neue Bilanzkennzahl

Die Neuerungen bei den Bilanzkennzahlen basieren einerseits auf einer veränderten Punkteverteilung. Bisher wurden im Bilanzteil maximal 38 von 100 Punkten vergeben. Jetzt können maximal 36 Punkte erzielt werden.

Die neu eingeführte Gesamtreservequote errechnet sich aus der Summe der Bewertungsreserven, der freien RfB und des Schlussüberschussanteil-Fonds (SÜAF) in Prozent des Bestands an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung) zum Jahresende.

Neben der freien RfB und den Bewertungsreserven, die beide aktiv zur Überschussglättung herangezogen werden können, stellt der Schlussüberschussanteil-Fonds weitere Sicherheitsmittel dar. Beim Schlussüberschussanteil-Fonds ist zu beachten, dass er im Extremfall vollständig aufgelöst werden kann. Daher könnte diese Position ebenfalls als Sicherheitskapital angesehen werden.

Werden die freie RfB, der Schlussüberschussanteil-Fonds und die gesamten Bewertungsreserven ins Verhältnis zu den Kapitalanlagen gesetzt, erhält man einen Indikator für die Sicherheitsmittel-Ausstattung der Unternehmen. Damit gibt auch diese Kennzahl einen Eindruck von der Risikotragfähigkeit im Versicherungs-Unternehmen.

Mehr Punkte für Vertragsdaten

Map-Report 889 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Aus Map-Report 889. Zum Vergrößern Bild klicken.

Geringfügig ausgeweitet wurde auch der Vertragsteil. Nach 38 Punkten im Vorjahr können hier jetzt maximal 40 Punkte erzielt werden. Die Hochrechnungen zur Berufsunfähigkeitszusatz- und zur Risiko-Lebensversicherung werden im demnächst erscheinenden Biometrie-Rating veröffentlicht.

Zusätzlich wurden beispielhaft Rückkaufswerte bei vorzeitiger Kündigung in die Bewertung aufgenommen.

Für die Beispielrechnungen der KLV über die Laufzeiten von 12, 20 und 30 Jahren fließen jetzt die bei Vertragsabschluss garantierten Rückkaufswerte in die Bewertung mit ein. Und auch für den Mustervertrag in der aufgeschobenen Rentenversicherung ist der Rückkaufwert bewertungsrelevant.

Weitere Informationen zu dem neuen Lebensversicherungs-Rating finden Sie auf dieser Internetseite.

 
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