Eine Frage der Sicherheit

23.5.2016 – Vor allem in der Lebensversicherung schlägt das Zinsniveau auf die Solvabilität durch. Dennoch haben 21 von 54 Gesellschaften die Eigenmittel teils deutlich ausgebaut. Bei den Krankenversicherern erhöhten 14 von 29 Teilnehmern die Solvabilitätsquote.

WERBUNG

Am 25. Mai erscheint die Untersuchung Solvabilität im Vergleich 2006 bis 2015. Dieses Heft basiert größtenteils auf einer Umfrage bei den Gesellschaften und deren Transparenzbereitschaft. Vorläufige Daten, weil beispielsweise die Bilanz-Pressekonferenz noch nicht zelebriert wurde, werden oftmals nicht kommuniziert. Deshalb wurden fehlenden Daten, so gut es ging durch Angaben aus bis zum 12. Mai 2016 verfügbaren Geschäftsberichten aufgefüllt.

Insgesamt konnten die aktuellen Daten von 54 Lebensversicherern, 29 privaten Krankenversicherern und 16 Versicherungskonzernen dargestellt werden. In den Einzelauswertungen wurden in diesem Vergleich alle Gesellschaften abgebildet, von denen Daten zumindest für die vergangenen fünf Jahre vollständig vorlagen. Unternehmen, die lediglich Daten für 2015 meldeten, konnten in der Einzelauswertung nicht berücksichtigt werden und erscheinen in den Gesamtübersichten zur Höhe der Solvabilitätsquote.

Zinsen als Risikofaktor

Für die Versicherer ist vor allem das Zinsrisiko bedeutsam. Es besteht, da die Erträge aus den Kapitalanlagen bei ungünstiger Marktentwicklung eventuell nicht ausreichen, um die den Kunden zugesagten Garantieleistungen sowie darüber hinausgehende Überschusszahlungen zu realisieren. Dieses Problem ist besonders bei der Neuanlage in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld von Belang.

Das niedrige Zinsniveau hat bereits Spuren bei der Solvabilität der Lebensversicherer hinterlassen. Zum einen sind die Kapitalanlageerträge rückläufig, was die Möglichkeiten der Eigenmittelstärkung durch Gewinnthesaurierung begrenzt. Zum anderen wirken sich aufgrund der meist längeren Laufzeit der Passiva im Vergleich zu den Aktiva niedrigere Diskontfaktoren stärker auf die Verbindlichkeiten als auf die Kapitalanlagen aus. Damit steigt das Solvabilitäts-Soll stärker als das Solvabilitäts-Ist.

Veränderungsraten

Quelle: Map-Report 884

Viele Gesellschaften haben ihr Eigenkapital ausgebaut. In der Lebensversicherung stärkten 21 von 54 Unternehmen die Eigenmittel zum Teil deutlich. Bei den Krankenversicherern erhöhten 14 von 29 Teilnehmern die Solvabilitätsquote in Vergleich zum Vorjahr. Unter den teilnehmenden Konzernen ist das Verhältnis zwischen fallenden und steigenden Quoten weniger ausgeglichen. Fünf Konzerne meldeten positive Veränderungen, zehn Mal ging es abwärts.

In der Lebensversicherung setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Eigenmittelausstattung reduzierte sich hier 2015 im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um Minus 2,0 Prozent auf 161,7 Prozent. Der höchste Wert wurde 2007 mit 207,3 Prozent erreicht, seitdem ging es stetig bergab.

In der Krankenversicherung halten die Gesellschaften im Durchschnitt mit 249,7 Prozent das Zweieinhalbfache der von der Aufsicht geforderten Eigenmittel bereit. Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den Konzernen. Mit einer durchschnittlichen Quote von 219,9 Prozent waren die vorhanden Sicherheitsmittel mehr als doppelt so hoch, wie von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gefordert.

Die Solvabilitätsquoten der Lebensversicherer, Krankenversicherer und Konzerne werden getrennt verglichen. Dazu kommen Einzeldarstellungen der Versicherungsgruppen mit ihren jeweiligen Lebens- und Krankenversicherern, auch in übersichtlichen Diagrammen. So wird schnell deutlich, wie viel Finanzkraft hinter den operativen Gesellschaften steht.

 
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG
Mit Storytelling Kunden gewinnen

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Zahlen und Daten mittels einer Geschichte zu veranschaulichen? Storytelling in Gespräch und Vortrag zieht die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Kunden auf Ihr Thema.

In diesem Praktikerhandbuch wird erklärt wie!

Mehr Informationen...

WERBUNG