Orientierungshilfe im Zahlendschungel

7.12.2015 – In der Berichterstattung zur PKV dreht sich viel um die Beitragsstabilität im Alter. Grund genug einmal nachzusehen, wie viel Cent von einem Euro die Versicherer aufwenden, damit die Beiträge stabil bleiben. Zur Interpretation weiterer Kennzahlen wird erstmals auch die Bewertungsreserve-Quote berücksichtigt.

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Am 8. Dezember erscheint die Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2003 bis 2014. Auf 105 Seiten bietet dieses Heft ausführliche Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Branche. Zudem ist die Untersuchung der Startschuss zu den PKV-Analysen der Map-Report-Redaktion. Nach dieser Bilanzanalyse folgt im Frühjahr traditionell noch das „Rating Private Krankenversicherung“.

Trotz des Umfangs von über 100 Seiten gewährleistet die Bilanzanalyse einen schnellen Überblick über den Stand und die Entwicklung der einzelnen Kennzahlen für die 35 untersuchten Gesellschaften. Dabei wimmelt es in der Analysen der vor interessanten Geschichten. Zu beinahe jeder Kennzahl wären ausführliche Untersuchungen aus verschiedenen Perspektiven möglich.

Es gibt allerdings auch Kennzahlen, bei denen eine Geschichte auf wackeligen Beinen stehen könnte. So beispielweise bei der Versicherungsgeschäftlichen Ergebnis- und der Schadenquote gemäß Verbandsdefinition. Für eine korrekte Berechnung nach aktuellem Kennzahlenkatalog sind jeweils die Übertragungswerte und der „durchschnittliche unternehmensindividuelle Rechnungszins“ (duRZ) erforderlich. Diese Daten werden erwartungsgemäß aber nicht von allen Gesellschaften in den Jahresabschlüssen veröffentlicht.

Neben klassischen Bilanzkennzahlen wie Nettorendite, Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen, Marktanteilen und vielen weiteren Kennziffern, bilden acht Grafiken zu ausgewählten Kennzahlen je Gesellschaft den Heftschwerpunkt. Mit der Vorsorge- und der Bewertungsreservequote enthält die Untersuchung zudem auch zwei Neuerungen.

Quelle: Map-Report 880

Die Vorsorgequote

Als Pendant zur Versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote wurde die „Vorsorgequote“ berechnet. Die Ergebnisquote gibt an, wie viel von den Jahresbeitragseinnahmen nach Abzug der Aufwendungen für Schäden und Kosten übrig bleibt.

Die Vorsorgequote ergibt sich aus der Gegenüberstellung der verschiedenen Vorsorgemaßnahmen mit den verdienten Bruttobeiträgen. Durch diese Vorsorgemaßnahmen gilt es sicherzustellen, dass die Beiträge infolge einer vermehrten Inanspruchnahme von Leistungen im Alter nicht steigen. Die SDK beispielsweise kam 2014 auf einen Wert von 48,20 Prozent. Von einem Euro Beitragseinahmen wurden also 48,20 Cent zurückgelegt, um die Leistungen der Zukunft zu finanzieren.

Die Bewertungsreservequote

Während die Versicherer seit Jahren branchenübergreifend und dem Zinsniveau leiden, waren es gerade die Niedrigzinsen, die Bewertungsreserven in den Kapitalanlagen rasant ansteigen ließen. Bei 20 Gesellschaften haben sich die Reserven 2014 mehr als verdoppelt, bei zwei Unternehmen sogar verdreifacht.

Der Anteil der Bewertungsreserven an den gesamten Kapitalanlagen betrug branchendurchschnittlich 19,84 Prozent nach 9,40 Prozent im Vorjahr. Mit den Bewertungsreserven hat die Branche gewaltigen Schätze in den Büchern stehen. Zumindest so lange, bis die Zinsen wieder steigen. 

Die Bewertungsreserve-Quote zeigt dabei, wie groß der Anteil der sogenannten stillen Reserven in Prozent der gesamten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag ist. Nach den handelsrechtlichen Bewertungsregeln dürfen Vermögensgegenstände höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bilanziert werden. Liegt der tatsächliche Wert eines Vermögensgegenstandes über dem Buchwert, führt dies somit zu einer stillen Reserve.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Mapreport · Private Krankenversicherung · Rating
 
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