Lebensversicherungs-Rating mit neuem Bewertungsschema

24.9.2015 – Vor allem bei Kapital-Lebensversicherungen schrumpft die Anzahl der Anbieter. Grund genug, das Lebensversicherungs-Rating inhaltlich sukzessive anzupassen. Im ersten Schritt erfolgt dabei eine Umverteilung der Gewichtung von der Kapital-Lebensversicherung hin zur Rentenversicherung.

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Am 29. September erscheint das neue Lebensversicherungs-Rating der Map-Report-Redaktion. Nachdem das Beurteilungs-Raster seit dem Jahr 2002 praktisch unverändert erschien, passt die Redaktion jetzt die Bewertung an die sich ändernden Marktgegebenheiten an.

Besonders schwierig dabei ist, ein auf Langfristigkeit ausgelegtes Rating neu auszurichten, wenn es kaum langfristige Daten für einen Vergleich gibt. Die Kapitallebens-Versicherung (KLV) ist eines der wenigen Produkte, für das Werte über einen Zeitraum von 30 Jahren zur Verfügung stehen.

Map-Report 877 Bewertungsschlüssel
Die neue Bewertung (Vorjahres-Punktzahlen in
Klammern). Quelle: Map-Report 877, Langfristrating
deutscher Lebensversicherer

Bei Rententarifen sieht es anders aus. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren lassen sich noch Daten eruieren. Bei 20 Jahren wird die Datenbasis bereits deutlich dünner und vor 30 Jahren hatten nur sehr wenige Gesellschaften Rentenversicherung überhaupt im Programm.

Bei den sich ändernden Marktumfeld lässt sich eine Neuausrichtung nicht verhindern, auch wenn vergleichbare Vergangenheitsdaten spärlich gesät sind. Die inhaltliche Überarbeitung des Lebensversicherungs-Ratings ist dabei ein Prozess, der einige Zeit beanspruchen wird.

Änderungen bei den Bilanzkennzahlen

Die Neuerungen bei den Bilanzkennzahlen basieren ausschließlich auf einer veränderten Punkteverteilung. Bisher wurden im Bilanzteil maximal 43 von 100 Punkten vergeben. Jetzt können maximal 38 Punkte erzielt werden.

Jeweils zwei Punkte wurden von der Verwaltungs- und der Abschlusskostenquote subtrahiert, einen Punkt musste die Solvabilität abgeben. Diese fünf Punkte werden den Vertragskennzahlen zugeordnet, so dass Bilanz- und Vertragsdaten jetzt jeweils mit maximal 38 Punkten bewertet werden.

Bei den Bilanzkennzahlen flossen die Abschluss- und Verwaltungskosten mit zusammengerechnet 16 Punkten überproportional stark in das Rating ein. Die Nettoverzinsung als Kompass für den Kapitalanlageerfolg, und somit der Hauptüberschussquelle eines Lebensversicherers, wurden hingegen nur mit zwölf Punkten bewertet.

Zwar ist die Bedeutung der Kapitalerträge aufgrund der Kapitalmarktentwicklung in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, dennoch stellen sie immer noch mit deutlichem Abstand die wichtigste Ertragsquelle eines Lebensversicherers dar.

Insofern erscheint es nicht gerechtfertigt, dass die Kosten mit einem höheren Gewichtungsfaktor in das Rating einfließen als die Nettorendite.

Servicekennzahlen bleiben vorerst unverändert

Bei den Kennzahlen zum Bereich „Service“ wurden bisher weder inhaltliche Änderungen vorgenommen noch das Bewertungsraster angepasst. Das bedeutet aber nicht, dass die Quoten nicht auch auf dem Prüfstand stehen und im Zuge der Weiterentwicklung variiert oder ausgetauscht werden könnten.

Die umfangreichsten Neuerungen wurden im Vertragsteil vorgenommen. Wie der Übersicht zu entnehmen ist, entfielen bisher allein 27 von 100 Punkte auf die KLV. Davon 21 Punkte für die Vergangenheitsdaten der tatsächlich erreichten Ablaufleistungen und noch einmal jeweils drei Punkte für Beispielrechnungen bei 20 und 30 Jahren Laufzeit.

Inzwischen kommt der KLV bei weitem nicht mehr die Bedeutung zu wie noch vor 15 Jahren. In diesem Zusammenhang wurde die maximal erreichbare Punktzahl von 27 auf 15 reduziert.

Rentenversicherung wird höher gewichtet

Die Rentenversicherung spielte im Rating dagegen bisher mit maximal sechs Punkten eine untergeordnete Rolle. Wird berücksichtigt, dass Renten sowohl im Neugeschäft (30 Prozent) und im Bestand (28 Prozent) den Löwenanteil ausmachen, erscheint eine höhere Gewichtung mehr als plausibel. Auch wenn Vergangenheitsdaten hier nicht über ähnlich lange Zeiträume vorliegen wie in der KLV.

Ebenfalls erstmalig in der Bewertung werden deshalb die Kapitalabfindungen und Beitragsrenditen aus aufgeschobenen Rentenversicherungen nach zwölf- und 20-jähriger Laufzeit berücksichtigt und mit jeweils drei Punkten bewertet.

Wie nach der bisherigen Ratingsystematik, fließen auch Beispielrechnungen für die sofort beginnende und die aufgeschobene Rentenversicherung mit je drei Punkten in die Bewertung ein. Jedoch werden jetzt die unterschiedlichen Überschusssysteme getrennt voneinander bewertet.

Neu bei den Vertragskennzahlen im Langfristrating sind auch zwei Beispielrechnungen zur Risiko-Lebensversicherung. Ein Vertrag widmet sich der Höhe der Todesfallleistung, für einen weiteren Vertrag werden die monatlichen Nettobeiträge einer Risiko-Lebensversicherung inklusive BUZ verglichen.

Bisher wurden diese Beispiele ausschließlich im Kurzfristvergleich des P-Ratings berücksichtigt.

 
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