10.9.2012 – Es spricht sicher nichts dagegen, wenn man die betriebliche Altersvorsorge (bAV) von einigen ihrer Nachteile befreit. Ob das von Sigmar Gabriel vorgeschlagene Modell da wirklich weiter hilft?
Aus meiner Sicht müsste als Allererstes eine totale Öffnung stattfinden, analog der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier hat der Arbeitnehmer auch die freie Wahl und der Arbeitgeber kann nicht widersprechen. Als Nächstes müsste das Modell der bAV dahin gehend umgestellt werden, dass nicht der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer ist, sondern der Arbeitnehmer selbst. Zumindest bei der arbeitnehmer-finanzierten Variante.
Mal abgesehen von den hohen Kosten in der Verrentungsphase (die höchsten überhaupt von allen drei Schichten), stellt sich auch die Frage, ob eine pauschale Förderung in Höhe von 400 Euro da wirklich weiter hilft. Sicher: Für den Geringverdiener ergibt sich ein ähnlicher Vorteil, wie bei der Riester-Rente. Es wird aber erneut ein Bürokratieapparat geschaffen, um das zu verwalten.
Übersichtlicher für alle Beteiligten wäre es vermutlich, wenn man sich auf einen staatlich geförderten Weg der Vorsorge einigen würde. Idealerweise, indem man die jeweiligen Vorteile aus Rürup, Riester und bAV zusammen fasst. Das wäre mal was Neues und sicher auch effektiv. Vermutlich wird das aber nie kommen, weil zu viele Interessensvertreter aus allen möglichen Richtungen da was dagegen haben würden.
Volker Riegel
zum Artikel: „SPD will statt Zuschussrente die Garantierente”.
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