Profiteure stärker einbinden

25.4.2012 – Beitragserhöhungen sind nicht notwendig, um „einen gewissen Standard“ aufrechtzuerhalten, sondern um die vertraglichen Leistungen erfüllen zu können. Das ist ein großer Unterschied.

Ich bin immer wieder erstaunt, dass auch die Alterung des Bestands als Erklärung für Beitragssteigerungen geliefert wird. Genau das ist ja durch die Tarifkalkulation ausgeschlossen (es sei denn, der Versicherer kann nicht rechnen).

Jeder Versicherte wird individuell mit seinem Eintrittsalter bewertet. Die Beitragssteigerungen haben doch andere Gründe, nicht nur die völlig maßlosen Provisionsexzesse (und 17 Monatsbeiträge waren nicht das Ende der Fahnenstange). Gute Leistungen zu billig angeboten (siehe Einsteigertarif "KEH" der Central) – ein guter Makler hätte schon vorher drauf kommen können, dass das nicht funktionieren kann.

Neben den nur auf das eigene Wohl bedachten Vermittlern haben auch die beteiligten Versicherer sich disqualifiziert, weil auch sie das Wohl ihrer Kunden an den Schluss gestellt haben. Damit eine gute private Absicherung noch bezahlbar bleibt, müssen auch die bisherigen Profiteure (insbesondere Pharmaindustrie, Ärzte, Apotheker) stärker eingebunden werden.

Es wird zu viel verschrieben und zu oft untersucht – der Reiz, sein Einkommen selbst zu bestimmen, ist anscheinend sehr hoch.

Oliver Henkel

o.henkel@finanzgruen.de

zum Leserbrief: „Überalterung der Bestände”.

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