Gefährliche Einstellung zum Beratungsauftrag

12.10.2017 – Das ist aus meiner Sicht eine gefährliche Einstellung zum Beratungsauftrag. Wir haben es mit Kunden zu tun, die sich selbst finanziellen Analphabetismus attestieren. Wenn der Kunde nur bekommt was er will, wie will man dann eine Beratungsvergütung rechtfertigen?

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Wie sähe die Kundenreaktion aus, wenn dieser im Rahmen der Dokumentation dann auch zu den Risiken informiert wird: kollektive Handlungsklausel für Euro-Staatsanleihen („CAC“); Klumpenrisiko für DRV-Versicherte, da beide Modelle sich aus den Steueraufkommen der Zukunft finanzieren müssen; eine realistische Risikobewertung der Euro-Staatsanleihen, den maximalen nominalen Kapitalerhalt bei realistisch realem Kapitalverlust und so weiter?

Sie können mit jeder Fondspolice ein Deckungsstock-Portfolio nachbauen. Man muss zwar auf Beitragsgarantien verzichten, hätte aber dank der Flexibilität einen deutlich werthaltigeren Faktor hinzugewonnen.

Moral ist so ziemlich das Letzte, was man von Unternehmen in einem durchfinanzialisierten Weltwirtschaftssystem erwarten sollte? Wir haben uns (fast) alle korrumpieren lassen von den Konsumverheißungen des billigen (geschöpften) Geldes und können desdeshalb auch nicht einfach die Verantwortung an die Unternehmen abschieben. Unwissenheit schützt vor Verantwortung und Strafe nicht.

Ein Kreditgeldsystem hat nun einmal nur eine begrenzte Haltwertzeit – des einen Vermögen sind des anderen Schulden. Am Ende des Verschuldungszyklus ist eine substanzielle Verzinsung für vermeintlich sichere Anlage nicht mehr möglich.

Rene Nawrot

rene.nawrot@t-online.de

zum Leserbrief: „Die Continentale setzt ein Zeichen”.

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