23.10.2012 – Die Branche muss sich nicht messen lassen. Die Beiträge steigen, weil die Leistungsausgaben steigen und, das wird oft vergessen, die Vererbungen deutlich niedriger ausfallen, als es mal kalkuliert war.
Das System private Krankenversicherung (PKV) mit der Kalkulation nach Art der Lebensversicherung ist eindeutig und zwingend: Man muss auch dafür nachzahlen, was man gegebenenfalls 20 bis 30 Jahre zu wenig eingezahlt hatte. Dummerweise wird man damit konfrontiert, wenn die Einkommen nicht mehr steigen, also im Alter.
Hauptursache ist und bleibt aber, dass die Menschen zu niedrige Alterseinkünfte haben. Die PKV an sich kann nur höhere Kosten und niedrigere Vererbung an die Kunden weiterreichen. Verschärfend ist die Überschusssituation, weil durch die Niedrigzinsphase kaum noch Erträge zur Limitierung zur Verfügung stehen.
Fazit: Man kann die Fehler der Vergangenheit leider nicht ausbügeln oder korrigieren. Aber heute werden noch mehr Menschen in das System PKV überführt, die weder die finanzielle Substanz noch die anderen notwendigen Fähigkeiten für den Umgang mit dem Selbstzahlerstatus haben.
Thorulf Müller
zum Leserbrief: „Es geht um ein systemimmanentes Problem”.
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