31.5.2012 – Ob eine niedrige Solvabilitätsquote wirklich schlecht ist, muss relativiert werden. Denn zum einen bedeuten hohe Eigenmittel der Aktiengesellschaft auch hohe Dividendenzahlungen an die Aktionäre. Eigenkapital ist nicht umsonst zu haben, man muss dafür zahlen. Entsprechend muss sich die Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer vermindern.
Zum anderen haben einige Gesellschaften etwas noch weit besseres als hohe Eigenmittel: einen Gewinnabführungsvertrag mit ihrer Muttergesellschaft, der diese auch zur vollen unbegrenzten Verlustübernahme verpflichtet.
Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet macht es gar keinen Sinn mehr, zusätzliche, dann doch immer begrenzte Solvabilitätsmittel selbst vorzuhalten, da weit flexibler und in unbegrenzter Höhe Verluste bei den Tochtergesellschaften fallweise dort, wo nötig, von der Muttergesellschaft auszugleichen sind.
Umgekehrt sind natürlich auch hohe Solvabilitätsquoten zu relativieren, wenn sie eine Muttergesellschaft betreffen, die zur unbegrenzten Verlustübernahme bei Tochtergesellschaften verpflichtet ist.
Oft ist die verpflichtete Konzernholding allerdings nicht einmal ein Versicherungs-Unternehmen. Die Versicherungswirtschaft hat aufsichtsrechtlich die Sonderheit der Spartentrennung, die ein andernfalls wirtschaftlich als Gesamtheit aufzufassendes Unternehmen dazu zwingt, nur deshalb formal eigene Rechtsträger je Sparte vorzuhalten, die auch jeder eine eigene Bilanz erstellen müssen. Das ist bei der Bewertung der Solvabilitätsquote zu bedenken.
Peter Schramm
zum Artikel: „Die Versicherer mit den höchsten Solvabilitätsquoten”.
VersicherungsJournal Dossier
NEU: Wenn es privat Versicherte ins Ausland zieht - Leistungen und Bedingungen deutscher Anbieter zur privaten Krankenversicherung
Für Premium-Abonnenten gibt es das Dossier ab sofort kostenlos. Jetzt Premium-Abonnent werden.
Alle anderen Leser können das Dossier hier kaufen.
Wie Fondspolicen funktionieren
Die rechtlichen, versicherungs-mathematischen und wirtschaftlichen Bedingungen des Produkttyps sind komplex.
Mit dem Fachbuch „Die fondsgebundene Versicherung“ erwerben Sie Fachwissen für die Beratung. Mit dieser Kompetenz unterstützen Sie Ihre Kunden optimal bei der Entscheidungsfindung.
Mehr Informationen erhalten Sie hier...



Diese Seite empfehlen
Empfehlen Sie diese Seite per E-Mail oder über
Kontaktaufnahme
Bei Fragen oder Wünschen schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular.
Alternativ können Sie uns anrufen. Alle Kontaktdaten finden Sie auf der Ansprechpartner-Seite.