Berechnungen sind zweifelhaft

5.4.2012 – Laut Focus-Money ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) für Arbeitnehmer besonders attraktiv. Als Nachweis für diese Aussage dienen Berechnungen der Nettorendite, die mehr als zweifelhaft sind.

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Im Beispielfall ergibt sich bei einem Monatsbeitrag von 224 Euro eine Förderquote von 57,7 Prozent, was einem Nettobeitrag von 94,67 Euro entspricht. Unter Berücksichtigung der Berechungsvorgaben ergibt sich aber „nur“ eine Förderquote von 52,12 Prozent, was zu einem Nettoaufwand von 107,25 Euro führt. Wenn dies bei der Nettorenditenberechnung berücksichtigt wird, dann reduziert sich diese auf 4,38 Prozent.

Wenn zusätzlich berücksichtigt wird, dass sich wegen des Abschlusses der betrieblichen Altersvorsorge die gesetzliche Rente um zirka 77 Euro monatlich reduziert, dann verbleibt noch eine Nettorendite von zirka 3,75 Prozent. Deutlich besser als die Nettorendite der privaten Rentenversicherung ist dieser Wert nicht mehr.

Spätestens wenn man die weiteren Leistungs-Einschränkungen bei den Sozialversicherungen (Kranken- und Arbeitslosengeld) berücksichtigt, ist die Aussage von Focus-Money nicht mehr nachvollziehbar.

Wird dann noch die eingeschränkte Verfügbarkeit der betrieblichen Altersvorsorge und die steuerliche Behandlung einer Kapitalauszahlung berücksichtigt, dann ist von der besonderen Attraktivität nichts mehr übrig.

Im Einzelfall kann es dennoch sinnvoll sein, eine Entgeltumwandlung abzuschließen, bei der Masse der Arbeitnehmer ist dies aber nur der Fall, wenn sich der Arbeitgeber an den Beiträgen beteiligt.

Karl Eberhardt

Versicherungsberater@t-online.de

zum Artikel: „Warum die Betriebsrente am lukrativsten ist”.

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