Die Gewinner und Verlierer der Versicherungsstandorte

7.8.2017 – Insgesamt geht die Beschäftigung in der Branche zurück, aber regional ungleich verteilt. Je nach Standort oder Bundesland betragen die Zuwächse bis über zwei Prozent und die Rückgänge bis über sechs Prozent. Dies ist den Sozialstatistischen Daten des Arbeitgeberverbandes zu entnehmen.

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Im vergangenen Jahr hat sich der Personalabbau in der Versicherungswirtschaft beschleunigt. Das zeigen die Sozialstatistischen Daten (PDF-Datei, 1,5 MB), die der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) jetzt vorgelegt hat (VersicherungsJournal 2.8.2017).

Insgesamt gingen im Jahr 2016 im Innen- und Außendienst (einschließlich Auszubildende) 3.200 Stellen verloren. Von dem Personalabbau waren jedoch nicht alle Regionen betroffen.

Zum Stichtag 30. Juni 2016 hat der AGV von der Bundesagentur für Arbeit eine Sonderauswertung anfertigen lassen, in der die Beschäftigtenzahlen nach Bundesländern und den größten Standorten aufgeschlüsselt sind.

München bleibt „Versicherungshauptstadt“

Nach dieser Auswertung waren an den größten 16 Versicherungs-Standorten zusammen 183.300 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind 62 Prozent der Gesamtbelegschaft der Branche.

München bleibt der personalstärkste Versicherungsstandort in Deutschland. Einschließlich Unterföhring wurden 33.240 Mitarbeiter bei Versicherungs-Unternehmen und im -Vermittlergewerbe gezählt.

Städte mit mehr als 3.000 Arbeitnehmern im Versicherungsgewerbe (Versicherungs-Unternehmen und -vermittlergewerbe). München einschließlich Unterföhring. Stichtag 30.6.2016. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Sonderauswertung für den AGV (Bild: AGV)

München konnte seinen Vorsprung sogar noch ausbauen, da gegen den Trend 300 Arbeitsplätze hinzugekommen sind. Köln bleibt trotz dem Abbau von 740 Stellen auf dem zweiten Platz und Hamburg auf Rang drei. Im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 11.3.2016) hat München im Gegensatz zu Köln den Trend umgekehrt.

Stuttgart hat Düsseldorf überholt und beide wurden von Hannover übertroffen. Ansonsten hat sich die Reihenfolge der größten 13 Standorte nicht verändert.

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Hamburg mit dem größten Zuwachs

Mit einem Plus von 450 Stellen ist Hamburg der größte Gewinner dieser Statistik. Damit sind die Abgänge aus dem Vorjahr mehr als ausgeglichen. Der Zuwachs gegenüber dem 30. Juni 2015 ist mit 2,2 Prozent auch prozentual an der Spitze.

Die anderen Städte mit einer positiven Bilanz kommen auf maximal ein Prozent Plus. Hier sticht München mit 300 mehr Beschäftigten als im Jahr zuvor heraus. Dortmund, Hannover, Wiesbaden, Münster und Frankfurt am Main liegen im zweistelligen Bereich.

Die drei größten absoluten und prozentualen Verlierer sind Köln, Düsseldorf und Nürnberg mit Rückgängen zwischen 2,9 und 3,5 Prozent. In Berlin, Karlsruhe und Stuttgart gingen zwischen 2,2 und 0,4 Prozent der Jobs in der Branche verloren.

AGV Sozialstatistik 2016 (Bild: Meyer)

Bundesländer zwischen plus zwei und minus sechs Prozent

Auf der Ebene der Bundesländer waren die Veränderungsraten deutlich größer als in einzelnen Städten.

In Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Versicherungs-Arbeitsplätze um 2,3 Prozent auf 3.100. Fast ebenso hoch war der relative Zuwachs in Hamburg mit 2,2 Prozent auf 21.000. Einen deutlichen Wachstumstrend verzeichnete auch noch Schleswig-Holstein mit 1,8 Prozent auf 5.560 Stellen und Rheinland-Pfalz mit 1,7 Prozent auf 8.270.

AGV Sozialstatistik 2016 (Bild: Meyer)

Unverändert oder knapp im Plus waren Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachen. Die andere Hälfte der Bundesländer hat dagegen Arbeitsplätze verloren. Mit minus 6,4 Prozent war der relative Rückgang in Thüringen am stärksten.

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Ausbildung · Geschäftsbericht · Mitarbeiter · Personalabbau
 
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