Stress mit dem Finanzamt wegen Gartenfest für Geschäftsfreunde

1.12.2016 – Lädt ein Unternehmen seine Geschäftsfreunde zu einem Gartenfest ein, so kann es die Kosten in der Regel steuermindernd in seiner Steuererklärung geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof mit einem gestern veröffentlichten Urteil vom 13. Juli 2016 entschieden (VIII R 26/14).

WERBUNG

Der Entscheidung lag die Klage einer Anwaltskanzlei zugrunde, die sogenannte „Herrenabende“ im Garten des Wohngrundstücks des namengebenden Partners veranstaltet hatte. Dabei wurden jeweils bis zu 358 Gäste bewirtet.

Die Kosten der Gartenfeste in Höhe von 20.500 beziehungsweise 22.800 Euro machte die Kanzlei als Betriebsausgaben in seiner Steuererklärung geltend.

Ablehnendes Finanzamt

Das Finanzamt verneinte eine Abzugsfähigkeit. Zur Begründung berief es sich auf § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 4 EStG, in dem es heißt: „Die folgenden Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern: Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen.“

Das Amt sah in den Herrenabenden einen ähnlichen Zweck im Sinne des Gesetzes. Es ging nämlich davon aus, dass die Veranstaltungen einen „Eventcharakter“ gehabt hätten, welcher den im Gesetz genannten Beispielen gleichzusetzen sei.

Doch dem wollte sich der Bundesfinanzhof nicht anschließen. Die Richter hoben ein die Klage abweisendes Urteil des zuvor mit dem Fall befassten Finanzgerichts auf und wiesen die Sache an die Vorinstanz zurück.

Reine Annahme reicht nicht aus

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs reicht die reine Annahme, dass die Gartenfeste mit den in § 4 EStG genannten Beispielen gleichzusetzen seien nicht aus, um eine Abzugsfähigkeit der von der Anwaltskanzlei geltend gemachten Kosten als Betriebsausgaben zu verneinen.

Entscheidend sei vielmehr der Nachweis, dass es sich bei den geltend gemachten Aufwendungen um überflüssige und unangemessene Kosten für eine Unterhaltung der Gäste gehandelt habe. Dies könne zum Beispiel wegen eines besonderen Ortes der Veranstaltung oder der Art und Weise der Unterhaltung der Gäste der Fall sein.

Das zu klären ist nun Aufgabe der Vorinstanz. Die muss sich mit der Frage befassen, ob die Art und Durchführung der „Herrenabende“ den Schluss zulässt, dass diese sich von „gewöhnlichen Gartenfesten“ abgehoben und mit der Einladung zu einer Segelregatta oder Jagdgesellschaft vergleichbar waren. Denn nur dann können nach Ansicht des Bundesfinanzhofs die geltend gemachten Kosten nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

 
WERBUNG
WERBUNG
Die besten Vertriebstipps für Praktiker!

Fondsverkauf einfach gemacht

Warum nicht einfach Fonds verkaufen?

Wie Sie Kunden gewinnen und erfolgreiche Verkaufsgespräche führen.

Mehr Informationen und zur Bestellung...

WERBUNG
WERBUNG
Die Termin- und Empfehlungsquote steigern

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Kunden wollen für Themen gewonnen werden. Wie der Vermittler sie in Vorträgen zu Eigeninitiative animiert, zeigt dieses Praktikerhandbuch.

Mehr Informationen...

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

Weitere Artikel aus Büro & Organisation
6.12.2016 – Viele Leserinnen und Leser beziehen „Heute im VersicherungsJournal.de” in der einfachen Text-Version. Sie können jetzt zu einer lesefreundlicheren Variante wechseln. Das geht schnell und einfach. (Bild: Screenshot VersicherungsJournal.de) mehr ...
 
6.12.2016 – Manchmal können auch vermeintlich geringe Verstöße die Fahrerlaubnis kosten. So in einem Fall, mit dem sich kürzlich das Berliner Verwaltungsgericht zu befassen hatte. mehr ...
 
5.12.2016 – Von Mäusen und Tasten – Computerwissen für Anfänger und Fortgeschrittene. (Bild: Fotoscool/Fotolia.com) mehr ...
 
28.11.2016 – Von Mäusen und Tasten – Computerwissen für Anfänger und Fortgeschrittene. (Bild: Fotoscool/Fotolia.com) mehr ...
 
23.11.2016 – Als „pingelig” bezeichnet man Menschen, denen es eine Freude zu bereiten scheint, ihre Mitmenschen wegen Kleinigkeiten zu maßregeln. Dass das auch im geschäftlichen Rahmen nicht immer von Erfolg gekrönt ist, belegt ein vom Berliner Landgericht entschiedener Fall. mehr ...
 
21.11.2016 – Von Mäusen und Tasten – Computerwissen für Anfänger und Fortgeschrittene. (Bild: Fotoscool/Fotolia.com) mehr ...
 
16.11.2016 – Vermeintlich überhöhte Stromrechnungen sind sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld ein besonderes Ärgernis. Das Magdeburger Landgericht hat sich nun mit der Frage befasst, wer in so einem Fall beweispflichtig ist. mehr ...
WERBUNG
Advertisement